Weltweit gibt es heute den Porsche Typ 64 – auch bekannt als Berlin-Rom-Wagen“ –
nur zweimal. Eines der beiden wertvollen Stromliniencoupés kehrt am 11. Februar 2014 nach dem USA-Gastspiel im North Carolina Museum of Art wieder in das Hamburger Automuseum Prototyp zurück.

Unter der Bezeichnung Porsche Typ 64 wurden von dem damaligen Ingenieurbüro Porsche 1939/40 drei Stromliniencoupés für ein Propagandarennen von Berlin nach Rom entwickelt – doch das ennen fand nie statt. Nach dem Krieg kaufte der österreichische Rennfahrer Otto Mathé im Juni 1949 den einzig noch fahrtüchtigen Berlin-Rom-Wagen sowie die weiteren eingelagerten Teile des Typs 64 von der Porsche KG.

Anfang der 1990er Jahre erwarben die beiden Gründer des Hamburger Automuseums Prototyp Thomas König und Oliver Schmidt einen Großteil des Nachlasses von Otto Mathé und entdeckten Teil für Teil den legendären Ur-Porsche. Getriebe, Rahmen und Vorderachse waren beispielsweise Komponenten eines von Mathé selbst gebauten Monoposto-Rennwagens. Andere Elemente lagen in einem chaotischen Durcheinander in diversen Kartons. „Zum Glück hat Otto Mathé so gut wie nie etwas weggeworfen“, sagt Thomas König. „So nahm der Typ 64 vor unseren Augen Stück für Stück wieder Gestalt an.“

“Der Typ 64 gilt als Ur-Porsche und ist eines der Highlights unter den Exponaten der Dauerausstellung im Automuseum Prototyp. „Ein paar unserer Besucher waren in Sorge, ob die Amerikaner gut auf unseren Berlin-Rom-Wagen aufpassen“ meint Oliver Schmidt. „Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Soldaten der amerikanischen  Besatzung nämlich auf recht brachiale Weise aus dem schönen Stromliniencoupé ein Cabriolet gemacht. Es war heiß, die Fahrerkabine eng, unter dem schwarzen Blech staute sich die Hitze – da wurde dann einfach die Motorsäge genommen…“

In den USA war der Berlin-Rom-Wagen ab Mitte Oktober 2013 in der Ausstellung „Porsche by Design: Seducing Speed“ im North Carolina Museum of Art in Raleigh zu bewundern. „Wir sind stolz, dass die automobil-historische Bedeutung dieses wunderschönen Schmuckstücks von Europa bis in die USA die Menschen begeistert“,  erklären Thomas König und Oliver Schmidt. Am 5. Februar 2014 endete die Ausstellung in den USA und für den Berlin-Rom-Wagen geht es per Flugzeug nach Luxemburg und via LKW-Transport voraussichtlich am 11. Februar 2014 zurück nach Hamburg in die HafenCity. Ab Mitte Februar steht der Hamburg-Raleigh-Hamburg-Weltenbummler dann wieder als Berlin-Rom-Wagen auf seinem Platz im Automuseum Prototyp.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag; 10:00 –18:00 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 9,- Euro, Kinder (4-14 Jahre) 4,50 Euro, Sonderausstellungen (jeweils zzgl.) 3,- Euro

www.prototyp-hamburg.de
Foto: © Automuseum Prototyp