Vergangenes Jahr fiel die Rallye Deutschland zum ersten Mal seit ihrer Aufnahme in die FIA World Rallye Championship in 2002 aufgrund des neu eingeführten Rotationssystems aus… höchste Zeit also, dieses Jahr wieder Kurs Richtung Trier zu nehmen und jede Menge Eindrück mit nach Hause zu bringen!

Nach den letzten Trainingsläufen und dem Shakedown wurde die Rallye Deutschland 2010 traditionsgemäß mit dem Showstart in der Trierer Altstadt am Donnerstag Abend eröffnet.

Fast auch schon eine Instanz bei der Deutschland: WP 1 – Ruwertal/Fell am Freitag Morgen. Vor gewohnt eindrucksvoller Kulisse bei überraschend gutem Wetter (das noch bis zum Sonntag anhalten sollte… *brutzel*).

Von Anfang an dabei waren natürlich auch wieder die Jungs von den Slowly Sideways mit ihren historischen Rallye-Fahrzeugen, die außerhalb der Wertung und jeglicher Ideallinie die Strecke im Querbetrieb zurücklegten.

Irgendwo im Bild: Jürgen Stehr auf Mercedes 500 SL. 😉

Dieses Jahr auch mit dabei: der schnellste Schuhverkäufer der Welt, Ken Block.

Der zweite Teil des Freitags ging leider in einer chaotischen Verkehrsführung auf den Weinbergprüfungen unter. Sämtliche Besucher einer Wertungsprüfung wurden ohne Vorwarnung kilometerweit über ausgefahrene Waldwege und zugeparkte Weinbergwege geschickt. Dementsprechend machten wir uns früh wieder vom Acker (die Floskel trifft den Straßenzustand perfekt…), bevor festgefahrene Autos oder aufgerissene Ölwannen uns einen Strich durch die Rechnung machen konnten.

Die Aussicht auf die WP „Schönes Moselland“ auf dem Rückweg entschädigte dann wenigstens noch etwas…

Am Samstag stürzten wir uns dann freiwillig ins nächste Verkehrschaos auf dem Weg zur mit Abstand legendärsten Wertungsprüfung: die „Panzerplatte“ auf dem Truppenübungsplatz Baumholder.

Hier drehten die Slowly Sideways traditionsgemäß richtig den Hahn auf. Da werden die eigentlichen Hauptdarsteller der Veranstaltung beim einen oder anderen Zuschauer schnell zur Nebensache. 🙂

Verständlich – ein paar Donuts für die Zuschauer zaubern ein Loeb oder ein Hirvonen eher selten auf die Strecke…

… vielleicht sollte man darüber nachdenken, bei den WRCs eine B-Note für spektakulären Fahrstil in die Wertung aufzunehmen. 😉

Der Parc fermé auf dem Trierer Viehmarkt.

Am Sonntag stand als krönender Abschluss noch der Stadtkurs „Circus Maximus“ rund um die Porta Nigra auf dem Programm.

Die Rallye Deutschland 2010 brachte für Sebastien Loeb auf Citroen C4 den 8. Sieg in Folge auf dieser Veranstaltung, er gewann mit 51,3 Sekunden Vorsprung vor Teamkollege Daniel Sordo. Formel 1-Umsteiger Kimi Räikkönen setzte mit einer Bestzeit auf der letzten WP noch eine Marke.

Die vergangene Rallye Deutschland war die letzte, die mit den althergebrachten World Rallye Cars bestritten wurde. Für nächstes Jahr wurde das Reglement dahingehend geändert, dass die neuen WRCs im wesentlichen den aktuellen, kleineren S2000-Klasse entsprechen und so wieder mehr Hersteller angelockt werden. Einerseits schade, andererseits dringend nötig (als Werksteams traten nur noch Citroen und Ford an)…