Traditionsgemäß trieben sich die üblichen Verdächtigen wie jedes Jahr auch diesmal wieder auf der Rallye Deutschland herum. Zwar fiel der diesjährige Besuch terminbedingt etwas kürzer aus, dafür ist es uns ganz gut gelungen, die nächste Generation von Rallyefans heranzuziehen…

Durch unserer verspätete Anreise waren wir gezwungen, einige liebgewonnene Teile der Rallye Deutschland sausen zu lassen (Showstart Trier, WP 1 Ruwertal / Fell). Also waren wir konsequent und haben unseren Zeitplan gleich komplett umgeworfen: KEINE Panzerplatte (ein bißchen Überwindung hat´s schon gekostet…) und KEIN Circus Maximus in Trier. Stattdessen wollten wir uns mal das Regrouping und das anschließende Refueling (Tankservice) zwischen den Wertungsprüfungen am Samstag ansehen. Zuvor ging´s aber noch auf die uns bis dahin auch unbekannte WP „Bosenberg“.

Prädikat: nuja, Gott, wir waren halt mal da. Immerhin konnten wir dort im Feld der nationalen Klasse einige nette Youngtimer bewundern.

Da wir die Uhr nicht ganz im Auge und den Rückweg zu den Autos unterschätzt hatten, hinkten wir recht früh unserem Zeitplan hinterher: Regrouping in 30 Minuten, Fahrtzeit dort hin ca. 50 Minuten. Mist! Aber der Rallyegott hatte ein Einsehen mit uns alten Rallyetouristen und schickte uns einen Escort Mk. I vorbei, der sich ein paar Meter neben uns zum Tanken mit seinem Servicefahrzeug verabredet hatte.

Zur Vorsicht, damit wir uns auch ja nicht weiterärgern, schickte er uns vorsichtshalber auch noch den Rest der Slowly Sideways vorbei, die gerade ihren Lauf auf „unserer“ WP beendet hatten! 🙂

Mittendrin der „Papa“ der Slowly Sideways mit seinem Austin Metro-Monster.

Einige weitere Teams nutzten unseren Parkplatz für einen kurzen technischen Halt. Die meisten Fahrer waren hochkonzentriert und ziemlich in Eile, nur das Team des originalen Lancia Delta Integrale von Rallye-Weltmeister Juha Kankkunen war sichtlich entspannt und für einen ausgedehnten Plausch zu haben.

Und spätestens jetzt waren auch unsere beiden Rallye-Neulinge, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren, Feuer und Flamme. Noch keine 5 Jahre alt und schon am Steuer von einem echten Weltmeisterfahrzeug gesessen… das wird ne steile Karriere! 😉

Nach diesem netten Zwischenspiel ging´s weiter auf die nächste WP im Zeitplan… wie auf der Panzerplatte führte die Strecke auch hier durch einen Truppenübungsplatz. Eine angemessene Alternative also.

Und eeendlich konnte ich auf der Rallye Deutschland mal halbwegs angemessene Sprungkuppen-Fotos machen!!!

Schöne WP, die ist für nächstes Jahr schonmal vorgemerkt! Nach diesem langen Tag schauten wir noch kurz im Servicepark vorbei, waren aber fix und fertig und wollten nur noch in den Schlafsack. Am Eingang war der WRC-Polo ausgestellt, mit dem Volkswagen kommende Saison in der WRC mitfahren will. Gefällt mir ausgesprochen gut; zudem ist es schön, dass die Markenvielfalt (nach dem Einstieg von Mini dieses Jahr) wieder etwas zunimmt!

Der Sonntag begann regnerisch, kurz vor dem Start zum 2. Durchgang der WP, den wir uns für diesen Tag als Ziel ausgesucht hatten, klarte es jedoch auf und bleib trocken.

„Mr. Gymkhana“ himself.

Passend zu unserer vollkommen neuen Planung gab es auch bei der Rallye Deutschland ein unerwartetes Novum: zum ersten Mal in der Geschichte der Durchführung der Rallye als Weltmeisterschaftslauf (seit 2002) belegte NICHT Sebastien Loeb den 1. Platz. Sein Teamkollege Sebastian Ogier nutzte einen Reifenschaden Loebs auf der Panzerplatte und gewann mit 39.7 Sekunden Vorsprung.

Keine Angst, Sebastien Loeb… nächstes Jahr fahren wir wieder auf die Panzerplatte. Dann wird alles wieder wie früher! 😉