Gesamtrang vier, Sieg im Mitropa Cup und bestes ausländisches Team: Manuel Kößler und Benedikt Hofmann haben bei der Rallye del Friuli Venezia Giulia (28.-29. August) eine sensationelle Vorstellung abgeliefert. Die Subaru-Piloten wuchsen in den italienischen Alpen wahrlich über sich hinaus.

Der Sieg im Mitropa Rallye Cup und ein Platz in den Top 10 der Gesamtwertung – mit dieser Zielsetzung gingen Manuel Kößler und Benedikt Hofmann am vergangenen Wochenende bei der 51. Ausgabe der Rallye del Friuli Venezia Giulia an den Start. Bei der Traditionsveranstaltung am südlichen Rand der Alpen traten die Subaru-Fahrer gegen die Top-Stars der italienischen Meisterschaft an und bekamen es unter anderem mit neun leistungsstärkeren R5- bzw. S2000-Fahrzeugen zu tun.

Schon in den ersten Prüfungen zeigte das Rallyeteam Kößler, dass es die eigenen Erwartungen sogar nach oben schrauben kann. Nach umfangreichen Änderungen am Fahrwerk des Subaru Impreza R4 hatten Kößler/Hofmann ihre Konkurrenten im Mitropa Rallye Cup fest im Griff. Die amtierenden Champions sicherten sich acht von zehn Bestzeiten und verwiesen ihre Rivalen Hermann Gaßner (Mitsubishi Lancer Evo X R4) und Aleks Humar (Renault Clio R3T) mit Minutenvorsprung auf die Plätze zwei und drei.

In der Gesamtwertung avancierten Kößler/Hofmann gar zur Überraschung der Rallye. Die Deutschen lagen schon nach der ersten Prüfung auf Platz acht und verbesserten sich im Laufe der zweitägigen Veranstaltung immer weiter. Nach 150 WP-Kilometern im Kurvengeschlängel der italienischen Alpen belegten die Subaru-Piloten sensationell den vierten Gesamtrang hinter dem R5-Top-Trio Paolo Andreucci und Alessandro Perico (beide Peugeot 208 T16) sowie Giandomenico Basso (Ford Fiesta R5 LDI).

Dabei ging es auch beim Rallyeteam Kößler kurzzeitig heiß her – und das nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen von rund 35°C. Auf den Bergab-Passagen hatten die Deutschen immer wieder mit Bremsproblemen zu kämpfen. „Auf der ersten WP ist vor einer Rechtskehre das Bremspedal durchgefallen“, beschreibt Hofmann. „Mit der Handbremse haben wir uns noch halbwegs rumgerettet, das hat aber nicht ganz gereicht. Wir sind seitlich gegen die Leitplanke geprallt, dabei hat sich die Spur verstellt.“ Wenig später stellte der Veranstalter die Reaktionsschnelligkeit von Manuel Kößler auf die Probe: Auf dem Zuschauerrundkurs in Udine ließ er den Mitsubishi von Gaßner just in dem Moment in die Manege, als der Kößler-Subaru seine Runde beendete. „Zwei Sekunden später und es hätte g’scheppert“, ist sich Hofmann sicher.

Von diesen „Big Moments“ ließ sich das Rallyeteam Kößler auf dem Weg zu Platz vier aber nicht beirren. Im Ziel freute sich die Mannschaft über das beste Resultat eines deutschen Teams bei der Traditionsveranstaltung im neuen Jahrtausend. „Das Ergebnis ist der Wahnsinn“, strahlt Kößler. „Damit hätten wir nie gerechnet in einem so starken Feld. Das Fahrwerk des Subaru war jetzt viel besser, es hat richtig Spaß gemacht.“

Spaß will das Rallyeteam Kößler auch bei seinem nächsten Rallye-Einsatz haben. Die amtierenden Mitropa-Cup-Sieger lassen zwar den Lauf im slowenischen Nova Gorica aus, sind aber bei der Rallye Cittá di Bassano (25.-26.09.) wieder mit von der Partie.

Über das Rallyeteam Kößler:
Manuel Kößler (27) begann seine Karriere im Kart und ist über Autoslaloms zum Rallyesport gekommen. 2009 wurde er Deutscher Meister in der Division 4, 2010 gewann er den Suzuki Rallye Cup in Österreich. Seit 2013 teilt sich der Füssener das Cockpit mit Benedikt Hofmann (27) aus Freyung. In jenem Jahr nahmen Kößler/Hofmann erstmals am Mitropa Rally Cup (MRC) teil und beeindruckten als „beste Newcomer“ auf Gesamtrang drei. 2014 war das Duo noch besser unterwegs: Die Subaru-Piloten gewannen die MRC-Wertung bei sechs von acht Läufen und sicherten sich bei der Rallye Città di Bassano vorzeitig den Meistertitel.

Bilder: Photofelzi/Volker Blatt

Web: www.rallyeteam-koessler.de