Strahlende Gesichter im Ziel der Rallye Opatija: Das Rallyeteam Kößler hatte bei seinem ersten Einsatz an der Adria gleich doppelten Grund zur Freude. Die Subaru-Piloten Manuel Kößler und Marcus Poschner holten sich in der Kvarner Bucht den zweiten Platz im Mitropa Cup und landeten auch im Gesamtklassement auf dem Siegerpodest – und das trotz eines Reifenschadens.

„Die unbekannten Prüfungen sind für mich kein Problem, ich gewöhne mich sehr schnell an neue Bedingungen“, hatte Manuel Kößler in den Tagen vor dem Start der Rallye Opatija (6.-7. Mai) erklärt, und der 27-Jährige aus Füssen sollte Recht behalten. Bei seinem ersten Einsatz auf kroatischem Boden mischte das Rallyeteam Kößler ab dem ersten Meter in der Spitzengruppe mit. Nach den beiden Freitagsprüfungen auf der Bergrennstrecke „Breza“ wurde der Subaru Impreza R4 von Kößler und Copilot Marcus Poschner bereits auf Gesamtrang vier geführt. Vor den deutschen Neulingen lagen nur Alfonso di Benedetto (Peugeot 207 S2000), Vorjahressieger Krisztian Hideg und Juraj Sebalj (beide Mitsubishi Lancer Evo IX R4). Letzterer hat die Asphaltrallye auf der Halbinsel Istrien schon mehrfach für sich entschieden.

Der Samstag begann gleich mit einem Kracher: der 23,4 Kilometer langen Prüfung „Brest“ tief im Hinterland von Opatija, die fast bis an die slowenische Grenze führte. Hier verabschiedete sich Di Benedetto aus dem Rennen und das Rallyeteam Kößler rückte auf Platz drei vor. Zur Mittagspause schien sogar der zweite Gesamtrang in Schlagdistanz, Kößler/Poschner lagen vor der letzten Schleife nur 13,6 Sekunden hinter Mitsubishi-Pilot Juraj Sebalj.

Der Angriff wurde jedoch durch ein Unwetter im Keim erstickt: Als die mit Slicks bereiften Autos auf den Start der WP „Brest 2“ warteten, ergoss sich ein heftiges Gewitter über dem kroatischen Bergland. Die Bedingungen waren so tückisch, dass sich einige Fahrer weigerten, die Prüfung in Wertung zu befahren. „Für uns war die Absage schon etwas ärgerlich. Manuel liegen solche Bedingungen, wir hätten hier vielleicht die entscheidende Attacke fahren können“, erklärt Marcus Poschner. „Insgesamt war die Entscheidung aber nachvollziehbar. Wenn man mit 200 km/h unterwegs ist und mit Slicks im Regen plötzlich Aquaplaning bekommt, ist das schon gefährlich.“

Der Kampf um Platz zwei war also gelaufen, zumal sich das Rallyeteam Kößler auf der folgenden WP einen Reifenschaden einfing. „An einer Straßenkante hat es den Reifen von der Felge gezogen“, berichtet Kößler, der dieses Schicksal mit vielen anderen Fahrern teilte. „Als wir den Reifen im Ziel gewechselt haben, kamen reihenweise Autos mit Plattfuß vorne rechts an. Das ist alles an derselben Stelle passiert.“

Trotz des Reifenschadens behauptete das Rallyeteam Kößler seinen Podestplatz sowie den zweiten Rang in der Mitropa-Cup-Wertung. „Ein Super-Ergebnis. Das ist mehr als wir bei unserer ersten Rallye an der Adria erwartet hätten“, strahlte Marcus Poschner im Ziel. „Das war unsere beste Leistung in diesem Jahr und wir freuen uns auf mehr!“

Stand Mitropa Rallye Cup (nach 3 von 9 Läufen):

1. Krisztian Hideg/Istvan Kerek (Mitsubishi Lancer Evo IX R4) 184 Punkte

2. Manuel Kößler/Marcus Poschner (Subaru Impreza R4) 166 Punkte

3. Grega Premrl/Andreja Verbic (Citroen DS3 R3T) 122 Punkte

4. Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser (Mitsubishi Lancer Evo X R4) 108 Punkte

5. Bernd Zanon/Francesco Orian (Renault Clio S1600) 103 Punkte

Über den Mitropa Rallye Cup:
Der 1965 gegründete Mitropa Rally Cup (MRC) ist acht Jahre älter als die Rallye-Weltmeisterschaft und damit eine der langlebigsten Meisterschaften im Rallyesport. Die „Europameisterschaft für Privatfahrer“ wird dieses Jahr zum 52. Mal ausgetragen. Seit 1965 haben viele namhafte Fahrer den Cup im Herzen Europas für sich entscheiden können, darunter Sandro Munari, Raffaele Pinto, Franz Wittmann und Armin Schwarz. Im Jahr 2016 bietet der MRC mit neun Rallyes in sechs Ländern (Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Slowenien und Ungarn) viel Abwechslung auf engstem Raum.

Über das Rallyeteam Kößler:
Manuel Kößler (27) begann seine Karriere im Kart und ist über Autoslaloms zum Rallyesport gekommen. 2009 wurde er Deutscher Meister in der Division 4, 2010 gewann er den Suzuki Rallye Cup in Österreich. 2014 gewann er mit Copilot Benedikt Hofmann auf einem Subaru Impreza R4 den Mitropa Rallye Cup. Nach einem reduzierten Programm 2015 will Kößler in diesem Jahr den Mitropa-Cup-Titel zurückerobern. Dabei setzt der Füssener auf den bewährten Subaru Impreza, aber auf einen neuen Beifahrer: Marcus Poschner, 2011 Deutscher Rallye Meister an der Seite von Sandro Wallenwein, wird Kößler 2016 den Aufschrieb vorlesen.

Bilder: Photofelzi

Web: www.rallyeteam-koessler.de