Wie schon berichtet, stand die Entgegennahme unseres Gewinns – der Teilnahme an der AvD Histo Monte – noch aus. AUTO BILD Klassik hatte uns zur Verleihung des Goldenen Klassik Lenkrads in die Autostadt nach Wolfsburg zu Volkswagen eingeladen. Bei dieser Art „Oscarverleihung“ der Oldtimerszene sollten auch wir Näheres erfahren.

Zuerst stand uns die Reise nach Wolfsburg bevor. Zu einer absolut unchristlichen Zeit starteten wir mit Jessies Polo gen Fulda, um dort den ICE zu nehmen.

Am Bahnhof angekommen war ich immer noch nicht wach. Selbst der „fast“ genießbare ToGo-Kaffee änderte wenig. Dafür hellte das Wetter unsere gute Stimmung noch weiter auf. Übrigens erinnerte mich der Bahnsteig an meine Schulzeiten in Fulda – und machte mich froh, dass ich da nicht mehr hin muss.

Ein Pizzastückchen später kam unser ICE. Wir beschlossen, den könne man sich beim Umsteigen gut merken: Wir nehmen einfach den weißen mit rotem Rallyestreifen.

Meinem Grafiker-Morgen-Dämmerzustand erwacht, waren wir auch schon bald in Wolfsburg ankommen. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal dort und hatten uns damals einen ganzen Tag lang alles angesehen. Somit konnten wir uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren.

Das Volkswagenwerk-eigene Kraftwerk wirkt wahnsinnig imposant. Und erinnert mich an Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Das Gebäude des Volkswagenwerks am Mittellandkanal ist übrigens gut 1,5 km lang! Das ist länger als das Gebäude des Flughafen Tempelhof. Warum das nicht bei Wikipedia als eines der längsten Gebäude Europas auftaucht, kann ich mir nicht erklären. Aber guckt´s Euch mal bei Google Maps von oben an!

Der Event zur Preisverleihung fand im Zeithaus statt. Hier stellt Volkswagen wechselnd ca. 90 Ikonen der KFZ-Historie aus, nicht nur VWs.

Da stand der 1. Preis: 70 PS, Schalter, braunes Interieur und in einem Topzustand. Ganz knapp daneben, aber nur ganz knapp… Den Gewinner konnten wir später noch kennenlernen und feststellen, dass der Jetta bei ihm auch gut aufgehoben ist. Da hat es – wenn schon nicht mich – den Richtigen getroffen.

So sieht es im Zeithaus auf der Nicht-VW-Gebäudeseite auf sechs Etagen von innen aus. Wirkt auf den ersten Blick wie die Privatgarage eines Ölscheichs. Man kann sich direkt wohlfühlen.

Da der Event eine geschlossene Gesellschaft war, hatten die geladenen Gäste die wohl einmalige Gelegenheit, in allen Exponaten Probe zu sitzen und sich vom sympathischen Werkstatt-Team alle Background-Infos erzählen zu lassen. Die Jungs aus der Werkstatt hatten an diesem Tag ihren Blaumann gegen Anzug und Krawatte getauscht und einige interessante Storys auf Lager.

Für Jessie ging ein Traum in Erfüllung: Probesitzen in allen erdenklichen Klassikern. Hier testet sie die Ergonomie in einer Citroen DS. Ich sag nur: „Nein! – Doch! – Ohh! “

In den Lamborghini Countach passte SIE wenigstens noch rein. ICH musste den Countach von meiner Most-Wanted-Liste streichen: Zu dick, zu lang, zu breit. Also nicht das Auto, sondern ich. Meinereiner bekommt Platzangst und stößt überall an. Übrigens, wenn man als Frau gesagt bekommt, die rassigen italienischen Sportwagen stünden einem besonders gut, ist das ein K-O-M-P-L-I-M-E-N-T !

Ha! Stilbruch! Ich habe ein Mikrofon für die Freisprechanlage im Miuara entdeckt. Der passte übrigens viel besser – mein Favorit an diesem Tag. 😉

Italiener, Sportwagen, passt.

Na gut, Emma Peel-mäßig im E-Type geht auch noch. Da harmoniert die Farbe gut mit dem “Herbsttyp”.

Rallye Golf G60 – der Traum zu meinem Schulzeiten. Hier stimmt alles. Nur die Farbe… Torsten würde sagen „Duschgel-Blau metallic“. Bei so vielen Traumautos wurde man schon langsam wählerisch.

Nach der Verleihung, dem anschließenden Mittagessen und Networking, bei dem wir wirklich ganz tolle Menschen kennengelernt haben, bekam Markus seinen neuen, alten Jetta überreicht. Mit im Bild: die leicht wehmütigen Jungs aus der Werkstatt, die viel Arbeit in das Auto gesteckt hatten und es nun von dannen ziehen lassen mussten.

Uns blieb noch einige Zeit, bis wir uns mit dem großen Histo-Monte-Gutschein im Gepäck auf die Heimreise machen mussten. Also flanierten wir noch durch die Autostadt. Wie eingangs erwähnt, waren wir froh, das schon gesehen zu haben. Bei den vielen Eindrücken an diesem Tag, wären wir irgendwann überfordert gewesen.

So stelle ich mir einen LSD-Trip vor. Bugatti Veyron in Chrom und in einer Lichtinstallation auf einer Spiegelfläche arrangiert. Wuaah, das Sehzentrum war bei 99% Prozessorleistung.

Die Autostadt ist im Altweibersommer ein Traum!

Der GTI stand vor dem VW-Zubehörshop. Hach, was wäre ich froh gewesen, wir hätten damit – anstatt mit der Bahn – nach Hause düsen können.

Noch 45 Minuten bis zur Abfahrt. Wir probierten noch schnell die weltberühmte VW-Currywurst mit Pommes für schlanke 5,90 Euro. Unter uns hessischen Betschwestern: Meine neue Lieblings-Currywurst wird die nicht.

Abfahrt gen Heimat. Müde, erschöpft, aber glücklich und mit tollen Eindrucken versorgt gelang der Heimweg problemlos. Und die ersten Pläne zur Rallyevorbereitung wurden auch schon geschmiedet…

Dazu später mehr.