Erfolgreicher Saisonauftakt für das Porsche Team Manthey in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC: Beim Sechsstundenrennen auf dem Silverstone Circuit belegten die Porsche-Werksfahrer Michael Christensen (Dänemark) und Richard Lietz (Österreich) vor über 45.000 Zuschauern den zweiten Platz in der Klasse GTEPro. Mit dem 470 PS starken Erfolgsrenner aus Weissach, der auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basiert und für diese Saison in einigen Details optimiert wurde, fehlten ihnen nach 172 Runden nur zehn Sekunden zum Sieg. Im zweiten 911 RSR kamen ihre französischen Werksfahrerkollegen Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet, die nach der Hälfte der Renndistanz noch in Führung lagen, auf dem siebten Platz ins Ziel.

In der Anfangsphase des Rennens auf dem britischen Traditionskurs, das Porsche im Vorjahr mit einem Klassen-Doppelsieg beendet hatte, setzte sich der 911 RSR mit der Startnummer 92 und dem legendären Sechszylinder-Boxermotor im Heck an die Spitze. Als Startfahrer eroberte Patrick Pilet, nachdem alle Teams den ersten Boxenstopp absolviert hatten, erstmals die Führung im starken GT-Feld. Auch Frédéric Makowiecki behauptete die Spitze und übergab den 911 RSR nach seinem Stint als Führender an seinen Teamkollegen. Doch als gerade die Hälfte der Distanz absolviert war, musste der auf Platz eins liegende Patrick Pilet wegen eines defekten Stoßdämpfers an die Box. Durch die Reparatur verloren sie mehr als eine Runde und die Chance auf den Sieg.

Die Hoffnungen des Porsche Team Manthey ruhten von da an auf Michael Christensen und Richard Lietz im 911 RSR mit der Startnummer 91. Vor allem in den letzten zwei Rennstunden setzten sie die vor ihnen liegenden Konkurrenten unter Druck. Erst eroberte Richard Lietz den dritten Platz, in der Schlussphase fuhr Michael Christensen auf Rang zwei vor und machte sich auf die Verfolgung des Spitzenreiters. Mit einer fehlerfreien Leistung und konstant schnellen Rundenzeiten sicherte er schließlich dem Porsche Team Manthey den zweiten Platz.

In der Klasse GTE-Am belegten der ehemalige Porsche-Junior Klaus Bachler (Österreich), Christian Ried (Sch.nebürg) und Khaled Al Qubaisi (Abu Dhabi) im 911 RSR des Porsche-Kundenteams Abu Dhabi Proton Racing den fünften Platz. Im Elfer von Dempsey Proton Racing landeten US-Rennfahrer und Schauspieler Patrick Dempsey, Porsche-Werksfahrer Patrick Long (USA) und Marco Seefried (Wildschönau) auf Rang sechs.

Stimmen zum Rennen

Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche-Motorsportchef: „Für unsere Startnummer 91 war es ein perfektes Rennen. Die Fahrer, die Boxencrew und die Ingenieure haben einen tollen Job gemacht. Wir sind sehr zufrieden mit diesem zweiten Platz. Auch bei der Nummer 92 gab es an der Leistung der Fahrer, an der Strategie und den Boxenstopps nichts auszusetzen. Das Problem mit dem Dämpfer werden wir analysieren und dafür sorgen, dass so etwas nicht noch mal passiert. Insgesamt war das für uns ein positiver Saisonstart.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #91): „Das war ein guter Start in die Saison. Wir hatten ein sehr gut abgestimmtes Auto und lagen die ganze Zeit auf Schlagdistanz zur Spitze. Das ganze Paket hat gestimmt und im Idealfall wäre sicherlich noch mehr für uns möglich gewesen. In der letzten Stunde habe ich alles versucht, um doch noch zu gewinnen. Am Ende haben einige Sekunden zum Sieg gefehlt.“

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Mit dem Start war ich sehr zufrieden, ich konnte gleich eine Position gut machen. Meine Stints waren alle sehr konstant. Auch mit dem letzten, bei dem ich mit gebrauchten Reifen aus dem Qualifying unterwegs war, weil das Reglement nur eine begrenzte Anzahl neuer Reifen zulässt, war ich einigermaßen zufrieden. Wir haben heute als Team unser Bestes geben und sind mit dem zweiten Platz belohnt worden. Das ist nicht schlecht für den Anfang.“

Patrick Pilet (Porsche 911 RSR #92): „Das war schon Pech. Wenn man so lange in Führung liegt, will man natürlich auch gewinnen. Trotzdem ein Kompliment an unser Team. Die Strategie hat gestimmt, die Boxenstopps waren perfekt. Auch den defekten Stoßdämpfer haben unsere Mechaniker in Rekordzeit gewechselt. Doch da war das Rennen für uns schon gelaufen. Es war nicht der erhofft gute Saisonstart für uns, doch auf dem, was wir heute gezeigt haben, können wir aufbauen. Jetzt konzentrieren wir uns auf Spa.“

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #92): „Nach dem Boxenstopp wegen des defekten Stoßdämpfers war für uns die Luft raus. Von da an ging es nur noch darum, das Rennen sauber zu Ende zu fahren. Wir hatten ein sehr gut abgestimmtes Auto und hätten sicherlich um den Sieg kämpfen können. Jetzt schauen wir nach vorne auf Spa und hoffen auf dieser faszinierenden Strecke auf ein besseres Ergebnis.“

Patrick Dempsey (Porsche 911 RSR #77): „Es war kein einfacher Start in die neue Saison. Ich musste ja den Test in Le Castellet ausfallen lassen, konnte auch nach Silverstone erst zum zweiten Training kommen. Unter diesen Umständen ist es ganz gut für uns gelaufen. Wir haben uns von Tag zu Tag verbessert und sind als Team weiter zusammengewachsen. Die Unterstützung, die wir von Porsche bekommen, ist großartig. Insgesamt war das für uns ein guter Saisonstart.“

Patrick Long (Porsche 911 RSR #77): „Das war ein harter Tag für uns. Abgesehen von unserem unplanmäßigen Boxenstopp in der Anfangsphase, bei dem wir eine Kleinigkeit an unserem Auto verändern mussten, lief eigentlich alles nach Plan. Die Zusammenarbeit mit Patrick und Marco hat sehr gut funktioniert. Patrick hat einen großartigen Job gemacht, war in seinem zweiten Stint drei Sekunden pro Runde schneller als in seinem ersten. Darauf können wir als Team aufbauen – erst für Spa, dann für Le Mans. Das ist unser großes Ziel in dieser Saison.“

Rennergebnis

Klasse GTE-Pro
1. Bruni/Vilander (I/SF), Ferrari 458 Italia, 172 Runden
2. Christensen/Lietz (D/A), Porsche 911 RSR, 172
3. Rigon/Calado (I/GB), Ferrari F458 Italia, 172
4. Nygaard/Sörensen/Thiim (DK/DK/DK), Aston Martin Vantage, 171
5. Turner/Mücke (GB/D), Aston Martin Vantage, 171
6. MacDowall/Stanaway/Rees (GB/NZ/BRA), Aston Martin Vantage, 171
7. Makowiecki/Pilet (F/F), Porsche 911 RSR, 170

Klasse GTE-Am
1. Lamy/Dalla Lana/Lauda (P/CAN/A), Aston Martin Vantage, 168 Runden
2. Collard/Perrodo/Aguas (F/F/P), Ferrari F458 Italia, 168
3. Bertolini/Shaytar/Basov (I/RUS/RUS), Ferrari F458 Italia, 168
4. Castellacci/Goethe/Hall (I/D/GB), Aston Martin, 166
5. Ried/Bachler/Al Qubaisi (D/A/UAE), Porsche 911 RSR, 166
6. Dempsey/Long/Seefried (USA/USA/D), Porsche 911 RSR, 165
7. Roda/Ruberti/Poulsen (I/I/DK), Chevrolet Corvette, 160

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten
Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919 Hybrid),
LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR). Sie fahren
gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt gewertet.