Nach Audi und Porsche kommen wir zum krönenden Abschluss unseres Museums-Triathlons – das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart.

Nach der Neueröffnung des Museums im Mai 2006 hatten wir dem sensationellen Gebäude schon Januar 2007 einen Besuch abgestattet. Damals hatte ich jedoch glatt meine Kamera zu Hause vergessen… und weil´s so schön war, halt nochmal.

Als „alte Hasen“ waren wir dann auch früh genug vor Ort und der erste Aufzug in die oberste Etage gehörte uns allein… ha, zu spät, Ihr Anfänger! 😉

Das Museumsgebäude teilt sich in jedem Geschoss in einen Hauptbereich („Mythos“, chronologisch geordnet) und eine Sonderausstellung („Collection“) mit jeweils verschiedenen Themen. Ganz oben geht´s los mit den Anfängen der Firma…

… von dort wird man direkt weitergeführt zur „Geburt der Marke“  (hier war´s noch schön leer – bis irgendwann der zweite Aufzug mit einer japanischen Reisegruppe kam…).:

Die erste Sonderausstellung ist die „Galerie der Reisen“, teils mit viel Liebe zum Detail gemacht. Das zeitgenössische Zubehör erstreckte sich über den gesamten Wagen, von der Tritop-Flasche bis zum ADAC Reiseführer aus den 1970ern.

Im Themengebiet „Wunderjahre“ dann der Mercedes, der wohl wie kein zweiter das Bild der Marke geprägt hat.

Level 2: Das „Uhlenhaut-Coupé“, benannt nach dem damaligen Leiter der Versuchsabteilung, Rudolf Uhlenhaut. Nur zweimal gebaut und am Ende als Dienstwagen (!) genutzt.

In der „Galerie der Lasten“…

… stand für mich jedoch der heimliche Star des Museums: der Nachbau des „Blauen Wunders“, eines Renntransporters des Mercedes Werksteams, mit dem Rennwagen mit bis zu 170 km/h transportiert werden konnten… im Jahr 1955!

Das Original wurde übrigens 1967 verschrottet…

Ein paar Eindrücke…

Mein einziger Absolut-haben-wollen-Benz (außer vielleicht dem 190E Evo II): der C111. Hier als Zwitter-Modell…

… weiter hinten im Museum als reinrassige „Version II“.

Das Monster: Mercedes Weltrekordwagen T80. Von Ferdinand Porsche konstruiert, der Ausbruch des 2. Weltkrieges verhinderte leider die Fertigstellung. 3 Achsen,  Leistung 3.000 PS (Flugmotor DB 603), Höchstgeschwindigkeit 600 km/h… Baujahr 1939!

Nach dem man über Stunden die Marke Mercedes nähergebracht bekommen hat, kann man sich am Ende gleich einen mitnehmen. Zwar zu ordentlichen Preisen, dafür aber feinste Auslese im Topzustand und mit 1 Jahr Gewährleistung.

Vor dem Museum gab´s dann noch die Sonderausstellung „Feuerwehr“…

Übrigens, eine nette Idee von Mercedes: Wer im Oldtimer anreist, darf kostenfrei und direkt vor dem Haupteingang des Museums parken!

Unser Fazit: das Audi-Museum ist mit Abstand das kleinste und nüchternste Museum, aber nicht zuletzt aufgrund des günstigen Eintritts immer einen Besuch wert, wenn man in der Nähe ist. Das Porsche-Museum ist deutlich repräsentativer und umfangreicher, allerdings auch etwas ungeordnet („Waren wir da drüben eigentlich schon..?“) und nach 2 Stunden hat man das viele Weiß mehr als satt. Das Mercedes-Museum ist definitiv das sehenswerteste der drei, nicht nur aufgrund des Umfangs, sondern auch wegen der Aufmachung der Ausstellung und der genialen Architektur des Museums. Auch Leute, die mit der Marke Mercedes normalerweise nicht allzu viel anfangen können (so, wie ich), werden in die Markengeschichte quasi hineingezogen.