St. Wendel. Es war ein Auftakt nach Maß für die Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM). Erst auf den letzten Metern fielen die Entscheidungen um die Platzierungen bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye (03.-04. März 2017). Auf der Zielrampe in St. Wendel freuten sich die amtierenden Meister Fabian Kreim / Frank Christian (Fränkisch-Crumbach / Oberhausen) im Fabia R5 von Skoda Auto Deutschland über den Sieg, sie absolvierten die 12 Wertungsprüfungen (125,92 km) in einer Zeit von 1:17:35,8 Stunden. Erst auf den beiden letzten Prüfungen schob sich der amtierende Vize-Meister Christian Riedemann (Sulingen) mit Co-Pilot Michael Wenzel (Mehlingen) im Peugeot 208 T16 R5 vom Team Peugeot Deutschland ROMO auf Rang zwei. Den dritten Platz erkämpften sich René Mandel / Dennis Zenz (Sommerkahl / Klausen) vom DSK Junior Rallye Team im Ford Fiesta R5. Der Sieg in der 2WD-Wertung für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse ging sensationell an die Finnen Jari Huttunen / Antti Linnaketo vom ADAC Opel Rallye Junior Team in ihrem kleinen Adam R2. Die Sieger des ADAC Opel Rallye Cup 2016 ließen auf den anspruchsvollen WP viele Teams mit wesentlich leistungsstärkeren Fahrzeugen hinter sich und feierten so einen optimalen Test für ihre Einsätze in der Junior-EM.
Der Fernsehsender n-tv zeigt bereits am Sonntag direkt nach der Rallye (05. März) um 07.30 Uhr das halbstündige Magazin ‚PS – Die Deutsche Rallye-Meisterschaft‘. Die Wiederholung gibt es dann am 11.03.2017 ab 09.30 Uhr. Zudem kann das DRM-Magazin auch jederzeit in der n-tv Mediathek angeschaut werden.

Neun R5-Boliden mit vielen siegfähigen Fahrern, die Starterliste beim Saisonauftakt versprach viel Spannung – und die Fahrer setzten das auch perfekt um. Packende Sekundenkämpfe, mehrere Führungswechsel, Aufholjagden nach Ausrutschern – für die Top-Piloten an der Spitze blieb kaum Zeit zum Verschnaufen. Letztlich gewannen die amtierenden Meister Kreim / Christian. Was von außen entspannt aussah kommentierte Kreim: „Es war richtig schwierig, die Jungs hinter mir geben viel Gas. Wir müssen alles geben, damit wir vorne mitfahren können. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das Niveau auf jeden Fall gestiegen.“ Das spannende Finale schilderte er so: „Es war nochmal eine richtig heiße Angelegenheit, denn wir hatten für den zum Finale einsetzenden Regen nicht die richtigen Reifen dabei und somit keinen Grip. Wir haben alles gegeben, zum Schluss ist noch der Scheibenwischer ausgefallen, mit den fünf Punkten zusätzlich den Sieg auf der Power Stage ist das ein perfektes Ende.“

Wechselt ins ADAC Rallye Masters: Peter Corazza im Mitsubishi Lancer. Bild: ADAC Motorsport

Ab Platz zwei wurde auf den letzten beiden WP nochmal einiges durcheinandergewirbelt. Vor der elften der zwölf WP hatten sich Dominik Dinkel / Christina Kohl (Rossach / Tiefenbach) in ihrem neuen Skoda Fabia R5 -mal wieder – vor Riedemann auf Rang zwei geschoben. Pünktlich zum Start der KÜS-Zuschauerprüfung in St. Wendel gab es einen Starkregen, nur Riedemann hatte zwei dafür geeignete Ersatzreifen an Bord und auch montiert. Dinkel erklärte, „auf dem Rundkurs hab ich mich verbremst und dann auf der letzten WP mit den Slicks im Regen einfach keine Chance mehr. So ist der Rallyesport halt“. Letztlich fiel er auf Platz fünf zurück, die Enttäuschung nach einer ansonsten tollen Vorstellung war groß. Der große Gewinner war Riedemann, der sich mit den optimalen Reifen im Schlussspurt den zweiten Platz sicherte. „Auf der ersten WP am Freitag haben wir uns gedreht und gut 20 Sekunden verloren, damit haben wir einen möglichen Sieg verschenkt. Die Aufholjagt mit der richtigen Reifenwahl hat uns jetzt noch den zweiten Platz gebracht. Wir sind super happy!“ Nach dem Rückfall von Dinkel konzentrierte sich der Kampf um den letzten Podestplatz auf den Vergleich zwischen Mandel und ‚Altmeister‘ Sandro Wallenwein (Stuttgart), der gemeinsam mit Marcus Poschner (Lautrach) sein DRM-Comeback im Skoda Fabia R5 gab. Mandel, Rallyecross Europameister von 2014 und Wallenwein, DRM-Champ von 2011 tauschten dabei mehrfach die Plätze. „Man sieht das an den Zeiten wie knapp wir alle zusammenliegen, das Niveau in der DRM ist sehr hoch, die Jungs fahren alle sehr zügig und es macht richtig Spaß, auch wenn man sich so anstrengen muss“, formulierte Mandel. „Es hat zum Schluss einfach alles gepasst, der Regen kam genau zur richtigen Zeit. Ich bin überglücklich mit Platz drei.“ Wallenwein setzte auf den beiden Durchgängen auf den Stadtrundkurs in St. Wendel die Bestzeit, letztlich fehlten nur 1,1 Sekunden für einen Podiumsplatz. „Ich freue mich riesig wieder in der DRM dabei zu sein und es macht richtig viel Spaß hier gegen die Junioren zu kämpfen. Es fehlt noch ein bisschen Tempo nach vorne, aber das sind kleine Nuancen und verstecken müssen wir uns nicht. Zum Schluss dachte ich gar nicht mehr ans Podium, dass es Ende so knapp wurde, ärgert mich jetzt aber doch.“
Wie sehr bis zum Finale gekämpft wurde, zeigt ein Blick auf die letzte WP. Beim Kampf um die Zusatz-Punkte für die Power-Stage trennten Kreim, Mandel und Zenz nur der Wimpernschlag von 0,8 Sekunden.

Fürstlich besetzt war Rang sechs mit Albert von Thurn und Taxis (Regensburg) im Skoda Fabia R5. Der Sieger des ADAC GT Masters von 2010 nutzte den Einsatz, um sich auf seine Starts in der Rallye-Europameisterschaft vorzubereiten. „Es ist für mich als Rundstrecken-Pilot sehr schwierig sich an solch schwierige Bedingungen zu gewöhnen, aber es wird immer besser und ich verstehe das Auto so langsam. Abgesehen davon, dass die Rallye top organisiert ist und dass die Prüfungen fantastisch sind, ist diese DRM sehr stark besetzt.“ Einen starken Auftritt bot auch Philipp Knof (Wülfrath) Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, mit dem neunten Gesamtrang. Der amtierende Champion der 2WD-Wertung stieg in die Königsklasse auf, pilotiert gemeinsam mit Co-Pilot Alex Rath (Trier) einen Peugeot 207 S2000, der den R5-Boliden leistungsmäßig unterlegen ist.

 

DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) – Zwischenstand nach 1 von 8 Läufen

1. Kreim, Fabian / Frank, Christian Skoda – Fabia R5 – 30 Punkte
2. Riedemann, Christian / Wenzel, Michael – Peugeot 208 T16 R5 – 21 Punkte
3. Mandel, Rene / Zenz, Dennis – Ford Fiesta R5 – 19 Punkte
4. Wallenwein, Sandro / Poschner, Marcus – Skoda Fabia R5 – 14 Punkte
5. Dinkel, Dominik / Kohl, Christina – Skoda Fabia R5 – 10 Punkte
6. Von Thurn und Taxis, Albert / Degandt, Bjorn – Skoda Fabia R5 – 9 Punkte
7. Brugger, Chris / Wicha , Klaus – Ford Fiesta R5 – 6 Punkte
8. Lim, Chewon / Wydaeghe, Martijn – Hyundai i20 R5 – 4 Punkte
9. Knof, Philipp / Rath, Alexander – Peugeot 207 S2000 – 2 Punkte
10. Huttunen, Jari / Linnaketo, Antti – Opel Adam R2 – 1 Punkte

DRM 2WD-Wertung – Zwischenstand nach 1 von 8 Läufen

1. Huttunen, Jari / Linnaketo, Antti – Opel Adam R2 – 30 Punkte
2. Mohe, Carsten / Hirsch, Alexander – Renault Clio R3T – 21 Punkte
3. von Gartzen, Sebastian / Loth, Hans-Peter – Citroën DS3 R3T Max – 16 Punkte
4. Schwedt, Roman / Becker, Kathri – Opel Adam R2 – 12 Punkte
5. Keil, Konstantin / Fritzensmeier, Stefanie – Citroën DS3 R3T Max – 10 Punkte
5. Gropp, Uwe / Ostlender, Hanna – Citroën DS3 R3T – 10 Punkte

ADAC Saarland-Pfalz Rallye (03.-04.03.2017)
Endstand nach 12 Wertungsprüfungen (125,92 Kilometer)

1. Fabian Kreim / Frank Christian (Fränkisch-Crumbach / Oberhausen),
Škoda Fabia R5, Div. 1 1:17:35,9 Stunden.*

2. Christian Riedemann / Michael Wenzel (Sulingen / Mehlingen),
Peugeot 208 T16 R5, Div. 1 + 0:15,7 Minuten.*

3. René Mandel / Dennis Zenz (Sommerkahl / Klausen),
Ford Fiesta R5, Div. 1 + 0:44,2 Minuten.*

4. Sandro Wallenwein / Marcus Poschner (Stuttgart / Lautrach),
Škoda Fabia R5, Div. 1 + 0:45,3 Minuten.*

5. Dominik Dinkel / Christina Kohl (Rossach / Tiefenbach)
Škoda Fabia R5, Div. 1 + 0:46,6 Minuten.*

6. Albert von Thurn und Taxis / Björn Degandt (Regensburg / B-Wommelgem),
Škoda Fabia R5, Div. 1 + 2:49,0 Minuten.*

7. Chris Brugger / Klaus Wicha (A-Elsbethen / Bad Hersfeld),
Ford Fiesta R5, Div. 1 + 2:49,5 Minuten.*

8. Chewon Lim / Martijn Wydaeghe (Korea / B- Ledegem)
Hyundai i20 R5, Div. 1 + 4:50,8 Minuten.*

9. Philipp Knof / Alex Rath (Wülfrath / Trier),
Peugeot 207 S2000, Div. 1 + 4:51,3 Minuten.*

10. Jari Huttunen / Antti Linnaketo (Fin)
Opel Adam R2, Div. 5 + 5:16,6 Minuten.*

*) Teams, die zur Deutschen Rallye-Meisterschaft gewertet werden.

 

Weitere Informationen:
www.adac.de/motorsport

Deutsche Rallye-Meisterschaft im Internet:
www.adac.de/drm und www.adac.de/rallyehub

Bilder: ADAC Motorsport