Bei strahlendem Sonnenschein setzten wir uns am Sonntag früh in unser Auto und fuhren nach Rüsselsheim zum „Klassikertreffen bei den OPEL-Villen“. Schon wenige Minuten nach unserer Ankunft wussten wir, dass unser Ausflug die richtige Entscheidung war. Natürlich lag auf dem weitläufigen Gelände der Schwerpunkt auf Fahrzeugen der Marke Opel, die in allen Baujahren vertreten waren.

Neben „Butter-und-Brot“-Youngtimern aus den Werken Rüsselsheim und Bochum, so beispielsweise massenhaft schönen Kadetts und Asconas, waren auch seltenere Fahrzeuge vertreten. So hatten mehrere Lotus Omega A den Weg nach Rüsselsheim gefunden. Kenner erinnern sich: Der Opel Omega A wurde im Lotus-Werk im englischen Hethel mit einem stark getunten Motor und zwei Turboladern ausgerüstet. Doch weder Motor noch Getriebe hielten den 377 PS (277 kW) und dem maximalen Drehmoment von 557 Nm lange stand. So endete das Projekt für Opel in einem Desaster.

Die Parkplätze an den Mainwiesen füllten sich in Windeseile, und immer mehr Fahrzeuge und Menschen strömten auf das Gelände. Doch trotz des Gedränges fand das Treffen in friedlicher, gelöster Sommerstimmung statt. Natürlich durfte dabei auch ein Interview mit dem Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl-Thomas Neumann nicht fehlen, der sich (als einstiger Topmanager der Volkswagen AG) öffentlich zu seiner Liebe zur Marke Opel bekannte.

Besonders schön aus unserer Sicht war der Blick auf die bekannten „Nobel-Opel“ Bitter CD und Bitter SC, die ebenfalls auf dem Gelände der Opel-Villen zu bestaunen waren. Sogar ein seltenes Cabriolet des Bitter SC gab es zu sehen. Schade, dass es Erich Bitter, der Erbauer dieser wunderschönen Automobile auf Opel- bzw. GM-Basis, bis heute nicht geschafft hat, einen würdigen Nachfolger auf den Markt zu bringen. Denn Opel-Fans wissen: Auch der wunderschöne Bitter CD 2, der vor einigen Jahren präsentiert wurde, schaffte es nicht zu einer Kleinserienfertigung.

Dazu für Opel- und Bitter-Fans ein heißer Tipp: Wer sich für die Geschichte von Opel und Bitter interessiert, dem sei das 2014 erschienene Buch „Opel – Chronik eines Kampfes“ ans Herz gelegt. Dort beschreibt der Autor die spannende Geschichte von Opel (und am Rande auch von Bitter) seit 1970 in neutraler und kenntnisreicher Weise.

Neben der Vielzahl an unterschiedlichsten Young- und Oldtimern konnten am Rand auch einige Kuriositäten erblickt werden, so beispielsweise eine ganze Schar von Porsche Diesel-Traktoren, die knallrot lackiert um die Wette funkelten. Ständig umlagert von Publikum war auch ein Lotus Esprit im John-Player-Special-Look.

Unser Fazit: Wir haben das Treffen in Rüsselsheim sehr genossen und werden auch nächstes Jahr wieder für unsere Motor-Mania-Community in Wort und Bild aus Rüsselsheim berichten. Versprochen!