Bislang war der Name ABT im ADAC GT Masters eng mit den vier Audi-Ringen verknüpft. Für die Saison 2016 hat der Allgäuer Rennstall innerhalb des Volkswagen-Konzerns zur Schwestermarke Bentley gewechselt. Das Bentley Team ABT startet am Wochenende 16./17. April in Oschersleben in seine Debütsaison in der „Liga der Supersportwagen“ und schreibt damit ein neues Kapitel seiner facettenreichen Motorsportgeschichte.

20 Pole-Positions, 16 Rennsiege, zwei Fahrer- und drei Teamtitel stehen bislang auf der Habenseite der ‚Äbte’ im ADAC GT Masters. Mit der britischen Edelmarke Bentley sollen nun weitere Erfolge eingefahren werden. Ein Selbstläufer wird dieses Vorhaben aber nicht. „Viele neue Fahrer, neue Autos und neue Teams haben das Leistungsniveau nochmals höher gehängt“, sagt Christian Abt, Teamchef des Bentley Team ABT und 2009 selbst Fahrerchampion der Serie. „Sich bei den 14 Saisonrennen in dem 30 und mehr Autos starken Feld zu behaupten, wird sicher nicht leicht. Aber unser Ziel ist es, von Beginn an vorn mitzumischen und möglichst schnell um die ersten Pokale zu kämpfen.“

Zum Auftakt geht es in die Motorsport Arena Oschersleben. Die Herausforderungen der 3.696 Meter langen Strecke sind bekannt: Das enge und kurvige Layout bietet kaum Möglichkeiten zum Überholen. „Umso wichtiger ist es, sich schon im Qualifying weit vorn zu platzieren“, weiß Christer Jöns, der sich den Bentley Continental GT3 mit der Startnummer 7 mit Daniel Abt teilt. Wie Jöns hat auch Abt schon viele Rennen in Oschersleben bestritten – allerdings noch keines in einem GT-Auto. Für den 23-Jährigen eher ein Ansporn als Grund zur Besorgnis: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung.“

Ein weiterer GT-Masters-Neuling ist Guy Smith. Sein Vorteil gegenüber den Teamkollegen: Der Le-Mans-Sieger von 2003 kennt den Bentley Continental GT3 so gut wie kaum ein zweiter Fahrer. Und er weiß auch: der Bentley und Oschersleben – das passt ganz gut zusammen. Im Vorjahr feierte der britische Biturbo-Sportwagen hier bei seinem ersten Einsatzwochenende im ADAC GT Masters auf Anhieb den ersten Sieg. Cockpit-Partner von Smith in der Startnummer 8 ist Fabian Hamprecht. Der in der Schweiz lebende Deutsche ist der einzige Pilot aus dem Sextett, der bereits eine GT-Masters-Saison im Bentley bestritten hat, und das mit zwei Podestplätzen im Saisonendspurt durchaus erfolgreich. Daran will Hamprecht 2016 anknüpfen. Der 20-Jährige punktet nicht nur in der Gesamtwertung, sondern zusätzlich in der neu eingeführten Junior-Wertung.

Dort ist auch Jordan Pepper wertungsberechtigt. Mit 19 Jahren ist der Südafrikaner der jüngste der sechs Bentley Boys von ABT. Der ehemalige VWScirocco-Cup-Champion soll Teampartner Andreas Weishaupt bei der Titelverteidigung in der Trophy-Wertung unterstützen. Für Motorsport-Quereinsteiger Weishaupt geht es in Oschersleben zunächst aber vorrangig darum, sich weiter in dem neuen Auto mit der ungewohnten Sitzposition auf der rechten Seite zu akklimatisieren und Kilometer zu sammeln.

Fernsehpartner SPORT1 überträgt die beiden 60-minütigen Rennen mit Fahrerwechsel zur Halbzeit am Samstag und Sonntag live im Fernsehen. Start ist jeweils um 13:15 Uhr.

Stimmen der Piloten des Bentley Team ABT

Daniel Abt (23, Kempten/D – #7): „Für mich beginnt jetzt eine heiße Phase mit drei Rennwochenenden hintereinander. Ich freue mich auf den Auftakt des GT Masters. Als Rennfahrer möchtest du natürlich immer so viele Rennen wie möglich fahren. Mir fehlt im GT-Sport noch die Erfahrung, deshalb wird es gerade am Anfang bestimmt nicht einfach. Aber ich habe eine tolle Truppe um mich herum und mit Christian (Abt) einen alten Hasen als Teamchef.“
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Christer Jöns (28, Ingelheim/D – #7): „Der Test in Oschersleben vor einer Woche hat geholfen, sich auf den Bentley einzuschießen, der für viele im Team neu ist. Ich war positiv überrascht, wie gut wir auf Anhieb mit dem ungewohnten Fahrzeug auf dieser doch anspruchsvollen Strecke zurechtgekommen sind. Das hat Lust auf mehr gemacht. Sehr gespannt bin ich, wie sich die vielen neuen Autos, Fahrer und Teams auf die Kräfteverhältnisse im ADAC GT Masters auswirken. Langweilig wird die Saison mit Sicherheit nicht.“
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Fabian Hamprecht (20, Beckenried/CH – #8): „Bei dem stark besetzten Starterfeld wird Konstanz ein Schlüssel zum Erfolg sein. Unser Ziel ist es daher, in jedem Rennen möglichst unter die besten fünf zu kommen – und damit wollen wir in Oschersleben anfangen. Ich mag die Strecke, bin hier schon zweimal gefahren, habe aber noch nicht auf dem Podest gestanden. Vielleicht klappt es ja diesmal.“
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Guy Smith (41, Beverly/GB – #8): „Neue Rennserie, neue Strecken, neue Gegner – im ADAC GT Masters warten viele Herausforderungen auf mich. Und darauf freue ich mich sehr. Auch das Team ist für mich neu, aber wir haben in der VLN schon ein Rennen zusammen bestritten. Und ich kann nur sagen: Die Jungs machen einen super Job. Das gilt auch für meinen Masters-Teamkollegen Fabian Hamprecht, ein smarter Typ und ein schneller Rennfahrer.“
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Jordan Pepper (19, Johannesburg/ZA – #9): „Oschersleben wird mit Sicherheit ein hart umkämpfter Saisonauftakt. Aber ich fühle mich im Team genauso wohl wie im Bentley,daher reise ich mit positiven Gefühlen an die Strecke. Die Saison ist lang, wenn wir jetzt ein sorgenfreies Wochenende erleben und in beiden Rennen punkten, haben wir eine solide Basis geschaffen, auf die wir aufbauen können.“
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Andreas Weishaupt (43, Ulm/D – #9): „Ich hätte gern noch mehr Testkilometer mit dem Bentley abgespult, denn vieles ist für mich noch sehr ungewohnt. Vor allem das bullige und früh einsetzende Drehmoment des Biturbo und die Sitzposition des Rechtslenkers. Dazu kommt, dass Oschersleben nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist. Davon abgesehen freue ich mich natürlich riesig, dass meine erste Rennsaison als Bentley Boy endlich losgeht.“
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