Eine Hochglanzveranstaltung wollte sie nie sein, und eben das ist ihr Erfolgsrezept: Am vergangenen Wochenende lockte die 42. VETERAMA rund 43.000 Besucher nach Mannheim. Drei Tage lang stand das Maimarktgelände ganz im Zeichen des wohl rostigsten Hobbys der Welt.

Für den einen Altmetall, für den Kenner unwiederbringliche Kostbarkeiten, die nicht selten über Wohl und Wehe des gehegten Klassikers entscheiden. 4.500 Händler aus ganz Europa waren angereist, um dicht gedrängt auf den rund 260.000 Quadratmetern Frei- und 15.000 Quadratmetern Hallenfläche die gewaltige Nachfrage zu decken. Und allerorten herrschte stets geschäftiges Treiben: Hier fand sich eine meterlange Auslage mit Messingscheinwerfern, dort waren es fahrzeugspezifische Instrumente aus der Vorkriegszeit, es wurde gesucht und gefunden, gehandelt und gefeilscht. Zur Not auch mit Händen und Füßen – die VETERAMA ist international.

Dabei ist sich das Schrauberfest auch nach über 40 Jahren treu geblieben. „Ursprünglich wollten wir denjenigen, der ein bestimmtes Teil sucht, und denjenigen, der genau dieses Teil abzugeben hat, zusammenbringen“, erinnert Winfried Seidel den Anfängen. „An diesem Prinzip halten wir bis heute fest und sind damit wohl auch einer der letzten ehrlichen Schraubermärkte Europas“, ist Museumsbesitzer und Vater der VETERAMA Seidel überzeugt. Darüber ist der größte Teilemarkt für Old- und Youngtimer auf zwei und vier Rädern inzwischen Höhepunkt des Szenekalenders, ein internationaler Treffpunkt zum Austausch von Rat, Tat oder einfach nur Benzingesprächen und nicht zuletzt ein riesiges Spektakel.

Bilder: Copyright VETERAMA GmbH

Tollkühne Steilwandfahrten und Boliden aus Zuffenhausen

Zwischen zeitgenössischem Zubehör mit Seltenheitswert, Werkzeug, Automobilia oder den passenden Accessoires für die nächste Ausfahrt stand auf dem Programm der diesjährigen VETERAMA in Mannheim natürlich auch jede Menge Unterhaltung. Tollkühn warfen sich Henny Koeze und sein Team auf klassischen Indian-Maschinen an die „Wall of Death“, die Fahrzeugakademie Schweinfurt gab bei ihrer „VETERAMA-Akademie“ stündlich wechselnde Einsteigerkurse zum Thema Blecharbeiten und die Show-Arena spannte die automobile Leidenschaft von der „Neuen Klasse“ aus München bis zum Boliden aus Zuffenhausen.

Ebenso breit stellte sich auch der Komplettfahrzeugmarkt auf. Ganz gleich ob das Automobilistenherz auf Deutsch, Französisch oder etwa Amerikanisch schlägt, dort stand für jeden Geschmack die passende Wertanlage bereit. Nicht minder vielseitig war das Zweiradangebot: Vom rostigen Projekt bis zum makellosen Ausstellungsstück, vom unrestaurierten Originalzustand bis zum fertig aufgebauten Café-Racer reichte das motorisierte, motorunterstützte oder gar lediglich pedalgetriebene Repertoire.

Die VETERAMA 2016 in Mannheim hat einmal mehr bewiesen, dass sie zu Recht die traditionsreichste Veranstaltung für Auto- und Motorradenthusiasten aus ganz Europa ist“, resümiert Winfried Seidel. „Nirgendwo sonst begegnen sich alte Freunde und Wegbegleiter, Neueinsteiger und Interessierte klassenlos geeint in ihrer Leidenschaft für ein rollendes Kulturgut, das es auch für alle Zukunft zu erhalten gilt“, so Seidel abschließend.

Sind alle Teile rechtzeitig zur neuen Saison verbaut, lädt die nächste VETERAMA auf dem Hockenheimring vom 31. März bis 2. April 2017 erneut zum Schrauberfest.

Bilder: Copyright VETERAMA GmbH