East African Safari Classic Rallye, Tag 1, 19. November 2015

Mittendrin statt nur dabei: Der erste Tag der East African Safari Classic Rallye glich dem berühmt-berüchtigten Sprung ins kalte Wasser – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die HS Piloten Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann saßen bis zur Hüfte im Nassen, ließen sich aber nicht unterkriegen.

Wer sich auf einen sanften Einstieg in das Abenteuer „Safari“ gefreut hatte, wurde schon vor dem Start eines Besseren belehrt. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage strich der Veranstalter die dritte Wertungsprüfung (WP) der ersten Etappe aus dem Programm. Damit reduzierte sich die WP-Distanz auf 163 Kilometer – von einem lockeren Auftakt konnte trotzdem keine Rede sein. Während die erste Prüfung noch relativ schnell und trocken war, ging es auf der zweiten gleich richtig zur Sache.

Nach rund 50 Kilometern wich die Straße einem Fluss, der für Fahrzeuge ohne Allradantrieb praktisch unpassierbar war. Nicht einmal ein halbes Dutzend der insgesamt 50 Teilnehmer der East African Safari Classic Rallye schaffte es aus eigener Kraft durch das Wasser. Der Rest strandete im tückischen kenianischen Schlamm. Die Safari-Neulinge Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann im Datsun 260Z mit der Startnummer 14 inbegriffen.

„Als wir an dem Schlammloch ankamen, steckten da schon einige Autos fest. Wir haben erst angehalten, dann aber unser Glück versucht. Im Wasser ist dann der Motor von unserem Datsun ausgegangen und wir sind auch stecken geblieben. Ich denke, wir hätten es aber sowieso nicht mehr schaffen können. Also mussten wir warten, bis uns ein Geländewagen rauszieht“, berichtet Matthias Kahle.

Navigator Dr. Thomas M. Schünemann ergänzt: „Das Wasser ist wie eine Fontäne in unser Cockpit geschossen. Wir saßen bis zur Hüfte im Nassen. Danach schwappte die schlammige Brühe beim Gasgeben und Bremsen immer vor und zurück. Wir haben also schon heute die volle Safari-Packung abbekommen und gehen davon aus, dass es in den nächsten Tagen nicht unbedingt einfacher wird. Aber deswegen sind wir ja hier.“

Der Auftakt hat im ganzen Feld schon für reichlich Zwischenfälle gesorgt. Mit Gérard Marcy (Porsche 911) und John Lloyd (Ford Escort RS1800) sind gleich zwei Safari-Routiniers verunfallt. Carl Tundo (Triumph TR7 V8) und Geoff Bell (Datsun 260Z) büßten ebenfalls Zeit ein. Und Vorjahressieger Ian Duncan musste schon vor der Startrampe im Whitesands Hotel von Mombasa die Segel streichen, weil der neue V6-Motor seines Ford Capri den Dienst quittierte.

Die Piloten des HS RallyeTeams schlugen sich am ersten Rallyetag, der komplett in der tropischen Hitze am Indischen Ozean ausgetragen wurde, achtbar. Nach vorsichtigem Start und der 29. Zeit in WP 1 glänzten Kahle/Schünemann in der schlammigen zweiten Prüfung mit der neuntbesten Zeit. Dadurch liegen sie nach dem ersten von neun Tagen als beste „Rookies“ und mit Abstand bester Datsun im gesamten Feld auf der elften Position. An der Spitze der East African Safari Classic Rallye trumpft aktuell ein Porsche-911-Trio auf. Lokalmatador Alastair Cavenagh führt vor Ex-Weltmeister Stig Blomqvist und Tourenwagen-Ass Richard Göransson.

So geht’s weiter: Tag 2, Mombasa – Amboseli, Distanz: 518 km, in Wertung: 212 km

Die zweite Etappe der East African Safari Classic Rallye führt die Teilnehmer von der tro-pisch heißen Küste in die offene Savanne. Auch wenn die Vegetation weniger üppig ausfällt, ist auch hier jederzeit mit einem plötzlichen Regenschauer oder Schlammloch zu rechnen. Kurz vor dem Etappenziel im Amboseli Nationalpark haben die Teilnehmer mit ein wenig Glück die Chance, den schneebedeckten Kilimandscharo zu sehen, den höchsten Berg Afrikas.

Über das HS RallyeTeam
Das HS RallyeTeam zählt zu den erfolgreichsten werksunabhängigen Teams im Marathonrallyesport. Die Bilanz bei 17 Starts seit 2004: sieben Klassensiege, unter anderem bei der Dakar 2009 und 2011, und drei zweite Plätze. Bei der Rallye Dakar 2011 gelang dem HS RallyeTeam als erste Buggy-Mannschaft seit 2006 sogar der Sprung in die Top Ten der Gesamtwertung. Im Jahr 2015 versucht sich das Team in einer neuen Herausforderung: Die Mannschaft aus Hamburg wird in einem Datsun 260Z an der härtesten Klassik-Rallye der Welt, der East African Safari Classic Rallye, teilnehmen. Als Fahrer vertraut das HS RallyeTeam nach wie vor auf den siebenfachen Deutschen Rallyemeister Matthias Kahle (Köln). Neben ihm nimmt der erfahrene Copilot Dr. Thomas M. Schünemann (Hamburg) Platz, der nicht nur auf Rallyestrecken erfolgreich unterwegs ist, sondern auch als Gründer und Geschäftsführer der HS – Hamburger Software GmbH & Co. KG agiert und langjähriger Vizepräses der Handelskammer Hamburg war.