East African Safari Classic Rallye, Tag 3, 21. November 2015

Riesige Schlaglöcher, tückische Wasserdurchfahrten, flüssige Highspeed-Strecken und schwierige Navigation: Der dritte Tag der East African Safari Classic Rallye hatte auf wenigen Kilometern alles zu bieten, was das Abenteuer in Ostafrika ausmacht. Das HS RallyeTeam kam mit den wechselhaften Bedingungen erneut bestens zurecht und wurde nur durch einen Stau eingebremst.

In der Kürze liegt die Würze: Mit 295 Kilometern Gesamtstrecke war die dritte Etappe der East African Safari Classic Rallye ohnehin die kürzeste der gesamten Ostafrika-Rundfahrt – und sie wurde noch kompakter. Durch starke Regenfälle in der Region nördlich des Amboseli-Nationalparks musste die zweite Wertungsprüfung des Tages abgesagt werden. Auf dem Programm standen also „nur“ noch zwei Prüfungen über 126 Kilometer – für Safari-Verhältnisse fast ein Halftime-Job.

Die verkürzte Etappe hatte es dennoch in sich. „Auf der ersten Prüfung waren Schlaglöcher so groß wie Schweine“, scherzte Navigator Dr. Thomas M. Schünemann im Etappenziel. „An anderen Stellen war die Straße einfach weggespült worden. Da konnte man sich leicht ein Rad abreißen oder überschlagen.“ Die HS Piloten Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann umschifften diese Hindernisse wie erfahrene Safari-Kenner, büßten im „Stau“ vor einem Schlammloch jedoch Zeit ein. Zwei vorherfahrende Teilnehmer hatten sich hier eingedreht und blockierten die Straße. Als diese aus dem Morast gezogen waren, scheuchten Kahle/Schünemann ihren 1973er Datsun 260Z ohne Probleme durch den Schlamm. „Das Warten hat uns fünf Minuten gekostet, aber auch das gehört zur Safari dazu“, nahm Dr. Thomas M. Schünemann die Situation sportlich.

Auf der zweiten Prüfung des Tages liefen die Deutschen dagegen zur Höchstform auf. Die weniger holprigen und sehr flüssigen Pisten waren ganz nach dem Geschmack von Matthias Kahle: „Das hat richtig Spaß gemacht. Nach Möglichkeit hätten wir gerne mehr davon.“ Gleichzeitig konnte Dr. Thomas M. Schünemann seine Erfahrung aus der Wüste ausspielen. „Was die Navigation angeht, hat mich die Prüfung sehr an die Rallye Dakar erinnert. Es gab immer wieder mehrere Wege durch den Busch und da kam es nicht nur auf die Angaben im Roadbook an, sondern auch auf die Gesamt-Orientierung. Das hat super geklappt.“

Während die Technik des in Kenia vorbereiteten Datsun 260Z wieder ohne Probleme hielt, macht sich die Belastung der härtesten Klassik-Rallye der Welt bei den Fahrern weiter bemerkbar. Neben einem Bluterguss am Ellbogen hat sich Matthias Kahle heute noch am Handgelenk verletzt, Thomas Schünemann macht weiter die Brandblase am Fuß zu schaffen.

Ein Wehrmutstropfen ist auch die geänderte Neutralisationszeit vom ersten Tag, die nur 49 Sekunden über der tatsächlich gefahrenen Zeit von Kahle/Schünemann liegt. Dadurch verändert sich die Klassifizierung der ersten drei Tage nachträglich. Das HS RallyeTeam liegt demnach aktuell auf der 13. Gesamtposition – weiterhin als bester der 13 Datsun-Piloten. An der Spitze gab es derweil keine großen Veränderungen. Stig Blomqvist führt weiterhin vor Richard Göransson und Grégoire de Mévius, die alle auf Porsche 911 unterwegs sind.

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So geht’s weiter: Tag 4, Amboseli – Arusha, Distanz: 415 km, in Wertung: 206 km

Die letzte Etappe vor dem Ruhetag hat es noch einmal in sich: Nach einem kurzen Auftakt vor den Toren des Amboseli-Nationalpark biegt die Rallye gen Süden ab und überquert die Grenze zu Tansania, wo zwei weitere Wertungsprüfungen auf dem Programm stehen. Eine davon ist allein 110 Kilometer lang. Nach einem langen Tag erreichen die Crews dann den Halbzeitstopp am Lake Manyara in unmittelbarer Nähe zum berühmten Ngorongoro-Krater, der bei gewöhnlichen Safari-Touristen ein absolutes Muss ist.

Was bisher geschah:

East African Safari Classic Rallye, Tag 1, 19. November 2015: Wasserspiele am Indischen Ozean

East African Safari Classic Rallye, Tag 2, 20. November 2015: Mit Vollgas in die Savanne

Über das HS RallyeTeam
Das HS RallyeTeam zählt zu den erfolgreichsten werksunabhängigen Teams im Marathonrallyesport. Die Bilanz bei 17 Starts seit 2004: sieben Klassensiege, unter anderem bei der Dakar 2009 und 2011, und drei zweite Plätze. Bei der Rallye Dakar 2011 gelang dem HS RallyeTeam als erste Buggy-Mannschaft seit 2006 sogar der Sprung in die Top Ten der Gesamtwertung. Im Jahr 2015 versucht sich das Team in einer neuen Herausforderung: Die Mannschaft aus Hamburg wird in einem Datsun 260Z an der härtesten Klassik-Rallye der Welt, der East African Safari Classic Rallye, teilnehmen. Als Fahrer vertraut das HS RallyeTeam nach wie vor auf den siebenfachen Deutschen Rallyemeister Matthias Kahle (Köln). Neben ihm nimmt der erfahrene Copilot Dr. Thomas M. Schünemann (Hamburg) Platz, der nicht nur auf Rallyestrecken erfolgreich unterwegs ist, sondern auch als Gründer und Geschäftsführer der HS – Hamburger Software GmbH & Co. KG agiert und langjähriger Vizepräses der Handelskammer Hamburg war.