Unter Rallyefahrern genießt die Rallye Wächtersbach einen guten Ruf für die schöne Streckenführung. Das sorgte auch am vergangenen Wochenende für ein volles Starterfeld, darunter gleich zwei mit uns befreundete Teams:
Sven und Nadine aus Schlangen brachten ihren Porsche 944 in der historischen Gleichmäßigkeitsrallye an den Start, während Holger und Thalia mit ihrem Peugeot 106 Rallye in der Klasse H12 auf Bestzeitjagd gingen.

Holger schildert uns die Erlebnisse direkt aus der On-Board-Perspektive:

Regenschauer, Sturmböen, Wasserläufe und Sprungkuppen gab es bei der Kumho Rallye Main Kinzig Wächtersbach für das Peugeot Team Palm zu bestehen.

In einer vollen Klasse H12 startete der Peugeot 106 mit WP1 in den legendären Rundkurs mit der zuschauerbeliebten Sprungkuppe. Der nächtliche Regen hatte die Strecke rutschig gemacht, doch mit den erstmals aufgezogenen neuen Reifen in 185/55-14er Dimension von Kumho sollte dies kein Problem darstellen. Mit einer verhaltenen ersten Runde konnte ein gefühlter Sprung in Runde 2 gemeistert werden. Eine Poller-Berührung mit dem Seitenspiegel wurde ignoriert 🙂 . Die Bedingungen waren prima und das Team Palm hatte so ein gutes Gefühl mit der Perfomance des kleinen 106 Rallye und den neuen Rädern.

Gut gelaunt ging es zur zweiten WP nach Udenhain, einem weiteren Rundkurs. Diesmal galt es einen Wasserdurchlauf und eine superenge Spitzkehre mitten in einer Ortschaft zu bewältigen. Nach einem massiven Regenschauer – und daraus resultierender Ausrutscher einiger Teilnehmer voraus – konnte auch diese Prüfung mit einiger Zeitverzögerung angegangen werden. Die Kommunikation unter Holger und Thalia passte prima. Ein wenig zu euphorisch ging es bei dem kurzen Schotterstück dann doch zur Sache und ein Poller, der zur Streckenbegrenzung diente, wurde Opfer des querstehenden und rutschenden Peugeot 106 Rallye, der heute seinem Namen wirklich alle Ehren machte. Glücklicherweise hielt sich der Schaden an der Frontstoßstange absolut in Grenzen und schränkte das Fahrverhalten des Wagens nicht ein. Die Wasserdurchfahrten stellten kein Problem dar und mit wild durchdrehenden Rädern (immer noch keine Sperre) wurde die Spitzkehre schön mit Einsatz der Handbremse gemeistert. Der Reifendruck musste nun angepasst werden da die Erfahrungswerte mit den Kumhos eben fehlten.

So ging es dann weiter in der sehr kompakten und absolut top organisierten Rallye (hier mal ein großes Lob an den Veranstalter) mit WP3 Leisenwald, einer Sprintprüfung. Lange Geraden, die mit einem wilden Ritt serpentinenartig im Ziel endeten. Schneisen der Verwüstung in den, jeweils im Kurvenausgang gelegenen, Feldern mahnten zum verhaltenen Gas geben.

Gut gelaunt ging es so zum Regrouping zurück zum Messepark nach Wächtersbach. Das Fahrerlager zeigte bereits jetzt eine hohe Ausfallquote – wohl geschuldet den Wetterkapriolen, denn Sonne und extreme Regenschauer wechselten sich stets ab.

WP 4, erneut der Rundkurs mit der Sprungkuppe in Schlierbach stand im Gebetbuch. Hier konnte nun eine gute halbe Sekunde gegenüber dem ersten Durchgang gut gemacht werden.

WP 5 wurde ohne Poller-Berührung überstanden und das Team Palm konnte sogar gute 19 Sekunden gegenüber der vorher eingefahren Zeit gut machen. Die Wasserdurchfahrten ließen richtiges Rallyefeeling aufkommen, denn die Fontänen zeugten von einem doch recht angestiegenen Wasserpegel. Schließlich ging es ein letztes mal nach Leisenwald zum schnellen Ritt durch die Felder. Wiederum mit einem deutlichen Zeitgewinn von über 4 Sekunden konnte die Rallye unfallfrei auf der Zielrampe in Wächtersbach mit einem Glas Sekt beendet werden.

2. Platz in der Klasse H12 von 4 gestarteten Fahrzeugen (3 davon im Ziel) und immerhin Platz 63 im Gesamt von 95 gestarteten Teams, ein tolles Ergebnis für das Wetterkapriolen geprägte Wochenende.

Jetzt geht es erstmal in die Sommerpause. Der ein oder andere Automobilslalom wird eventuell noch gefahren, doch nun steht erst einmal ein größerer Check am kleinen 106 Rallye an. Dank der hervorragenden Arbeit vom Team Weiss-Motorsport blieb das Team Palm bisher von technischen Defekten verschont 🙂 Die gute und seriennahe Technik wird nun das nächste mal am 12. September bei der Rallye Scheßlitz zum Rallye-Einsatz kommen. Der Wechsel von 13 auf 14 Zoll Räder wird mit Sicherheit bis dahin genügend getestet worden sein um nicht wieder erst nach der Halbzeit einen gewissen Fahrfluss zu bekommen.

Das Rallyeteam Palm Holger und Thalia wünscht allen Sponsoren und Fans einen erholsamen Urlaub.