Comeback mit Höhen und Tiefen: Die Mitropa-Cup-Sieger Manuel Kößler und Benedikt Hofmann erlebten bei der Rallye Český Krumlov (22.-23. Mai 2015) eine emotionale Achterbahnfahrt mit Happy End. Nach verpatzter Reifenwahl stürmten die Subaru-Piloten am Samstag nach vorn.

Großer Sport direkt hinter der bayerischen Grenze: Die Rallye Český Krumlov – der zweite Lauf zur tschechischen Rallye-Meisterschaft – bot das Spektakel, was sich die Fans vorher erhofft hatten. Bei schwierigen Wetterbedingungen lieferten sich Vaclav Pech jr. im Mini S2000 und Jan Kopecky im neuen Skoda Fabia R5 an der Spitze einen knallharten Fight, den der Skoda-Pilot erst in der letzten von insgesamt 14 Wertungsprüfungen zu seinen Gunsten entschied.

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten auch die einzigen deutschen Teilnehmer im Starterfeld: Die amtierenden Mitropa-Cup-Sieger Manuel Kößler und Benedikt Hofmann meldeten sich nach siebenmonatiger Pause im Rallyesport zurück und gingen mit ihrem Subaru Impreza ausgerechnet in der mit 17 Autos am stärksten besetzten N4/R4-Kategorie an den Start.

Für das Rallyeteam Kößler war die erste Rallye in Tschechien im wahrsten Sinne des Wortes ein Sprung ins kalte (Regen-)Wasser. „Ich glaube, ich bin noch nie eine Rallye bei so schwierigen Witterungsbedingungen gefahren“, beschreibt der 26-jährige Manuel Kößler. „Am Freitag haben wir gleich zwei Mal die Reifenwahl verwachst. Erst war es trocken und wir hatten Regenreifen drauf, dann haben wir Slicks aufgezogen und es hat wie aus Eimern geschüttet. Es war unglaublich, die Räder haben beim Beschleunigen immer wieder durchgedreht, so nass war es.“

Die falsche Reifenwahl spiegelte sich auch in den Ergebnissen wieder. Nach gutem Auftakt (Platz 15) wurden Kößler/Hofmann in der Nacht bis auf Gesamtrang 30 durchgereicht. „Das Auto war bei diesen Bedingungen mit Slicks unfahrbar, wir haben uns gefühlt wie die Vollidioten“, findet Kößler offene Worte für die Situation.

Am Samstag leisteten die Subaru-Piloten jedoch eindrucksvoll Wiedergutmachung. Kößler/Hofmann erzielten in ihrer Klasse zahlreiche Top-5-Zeiten und verbesserten sich im Gesamtklassement um elf (!) Positionen – von Platz 30 auf 19. Damit waren sie im Ziel die besten ausländischen Starter.

„Das Ergebnis zeigt, wie wichtig Erfahrung hier in Tschechien ist“, erklärt Copilot Benedikt Hofmann. „Die Strecken sind extrem schwierig und schnell mit vielen blinden Kuppen. Bei der Rallye hatten wir den einen oder anderen Aha-Moment, weil die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Training und Rallye so groß sind. Insgesamt haben wir an diesen beiden Tagen extrem viel gelernt und sind letztlich sehr zufrieden mit unserer Leistung. Wir haben am Freitag nichts riskiert und erst am Samstag attackiert und dann gezeigt, dass wir nichts verlernt haben.“

Nach der lehrreichen Tschechien-Premiere geht es für das Rallyeteam Kößler auf bekannten Gefilden weiter. Mitte Juli kehren die amtierenden Champions in den Mitropa Rallye Cup, die Europameisterschaft für Privatfahrer, zurück. Bei der Rallye Casentino Toscana treffen Kößler/Hofmann unter anderem auf ihren härtesten Rivalen aus dem Vorjahr, Hermann Gaßner sen. im Mitsubishi Lancer Evo X.

Über das Rallyeteam Kößler:
Manuel Kößler (26) begann seine Karriere im Kart und ist über Autoslaloms zum Rallyesport gekommen. 2009 wurde er Deutscher Meister in der Division 4, 2010 gewann er den Suzuki Rallye Cup in Österreich. Seit 2013 teilt sich der Füssener das Cockpit mit Benedikt Hofmann (27) aus Freyung. In jenem Jahr nahmen Kößler/Hofmann erstmals am Mitropa Rally Cup (MRC) teil und beeindruckten als „beste Newcomer“ auf Gesamtrang drei. 2014 war das Duo noch besser unterwegs: Die Subaru-Piloten gewannen die MRC-Wertung bei sechs von acht Läufen und sicherten sich bei der Rallye Città di Bassano vorzeitig den Meistertitel.

Web: www.rallyeteam-koessler.de