Bald ist Wechselzeit: Wer den Anbieter seiner Kfz-Versicherung wechseln möchte, sollte bald aktiv werden: Denn anders als bei Verträgen üblich, ist eine Kündigung für gewöhnlich nur einmal jährlich möglich. Das Kündigungsschreiben muss dazu aber bis zum 30.11. beim Versicherer eingegangen sein. Der Aufwand lohnt sich: Häufig kann durch den Versicherungswechsel viel Geld gespart werden. Was sollten Versicherungsnehmer wissen?

Aufwendige Berechnung der Versicherungsprämien



Die Berechnung der Prämienhöhe zur Kfz-Versicherung ist kompliziert: Maßgeblich sind vor allem die Regionalklasse und Typklasse des Fahrzeugs sowie der persönliche Schadensfreiheitrabatt. Letzter bemisst sich daran, wie lange bereits ohne selbst verschuldeten Unfall gefahren wurde. Schadensfreiheitsklasse 3 bedeutet demnach, dass drei Jahre lang kein Unfall gemeldet wurde – womit sich die Versicherungsbeiträge im Vergleich zum Referenzsatz um rund 30 Prozent reduzieren. Die Typklasse des Fahrzeugs ermittelt sich danach, wie häufig das Modell durchschnittlich in Unfälle verwickelt wurde und wie teuer die Regulierung dieser Schäden dann erfahrungsgemäß wird. Auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Gas oder Elektro machen hier ebenso wie Hybride keine Ausnahme hinsichtlich der Berechnung. Vorteilhaft dürfte sich die Tatsache auswirken, dass Elektrofahrzeuge in der Regel umsichtig bewegt werden – und zudem nur selten von Fahranfängern. Dafür dürfte die Reparatur größerer Schäden besonders teuer werden. Bezogen auf den Zulassungsort berechnen sich die Regionalklassen ähnlich. Hier wird von den Versicherungen statistisch ermittelt, wie häufig Unfälle zu verzeichnen sind.



Altvertrag rechtzeitig kündigen



Neben diesen drei Parametern gibt es allerdings auch noch eine Reihe „weicher“ Faktoren, die die Höhe der Versicherungssumme mitbestimmen: Eine geringe Jahresfahrleistung senkt die Versicherungsprämien, darüber hinaus werden beispielsweise Neuwagenkäufern bei einigen Anbietern besondere Rabatte eingeräumt. Die Vielzahl unterschiedlicher Einflussgrößen sorgt dafür, dass die individuelle Berechnung des Tarifs sehr unterschiedlich ausfallen kann. Aus diesem Grund ist ein umfangreicher Vergleich so sinnvoll: Häufig lassen sich einige Hundert Euro pro Jahr sparen – ohne Verzicht. Denn die Leistungen der Haftpflichtversicherung sind ohnehin gesetzlich festgeschrieben, auch wenn es ratsam ist, höhere Deckungssummen zu vereinbaren. Fachleuten raten zu einer Pauschale von 50 oder gar 100 Millionen Euro; die Prämien steigen dabei nicht nennenswert. Wurde über einen Vergleichsrechner eine passende, günstige Police gefunden, muss die Kündigung erfolgen. Derzeit ist dafür noch ein formloses Schreiben notwendig, welches die Versicherung bis zum 30.11. erreichen muss. Allerdings ist nicht zwingend Eile geboten, da die niedrigsten Prämien meist Mitte November angeboten werden. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nur bei einer Erhöhung der Beiträge oder einer Schadenregulierung. Von diesem Kündigungsrecht muss innerhalb von vier Wochen Gebrauch gemacht werden.

Bild: www.pixabay.com

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VB-Nummer bei Neuzulassung benötigt

Wurde ein Neuvertrag abgeschlossen, ohne dass bisher ein Versicherungsschutz bestand, kann dies ebenso online erfolgen. Nach dem Vertragsabschluss wird eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) übermittelt, mithilfe derer das Auto bei der Zulassungsstelle angemeldet werden kann. Wie der Name bereits erkennen lässt, handelt es sich hier um eine Pflichtversicherung.

Fazit: Wechsel oft lohnenswert

Rund 20 Prozent aller Versicherungsnehmer interessiert sich grundsätzlich für einen Wechsel der Kfz-Versicherung. Die Ahnung, hier möglicherweise einige Euro sparen zu können, trügt nicht: Insbesondere sogenannte Direktversicherer bieten oft erheblich attraktivere Konditionen für vergleichbare Leistungen. Der Abschluss eines Neuvertrags ist einfach, allerdings muss die Kündigungsfrist bei der alten Versicherung eingehalten werden – weshalb das Schreiben nun aufgesetzt werden sollte.