Form follows function

Was die Hersteller vieler aktueller Autos irgendwie zu verwechseln scheinen, wurde in den 80er Jahren im Bereich der Rallye Gruppe B noch konsequent umgesetzt: die Form folgt der Funktion.

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Schließlich zählte hier nur, eine bestmögliche technische Basis für den Rallye-Einsatz zu schaffen – und nicht ein möglichst mainstream-freundliches Design.

Eine Vorgabe der damaligen Homologation war jedoch auch, mindestens 200 Exemplare des jeweiligen “Arbeitsgerätes” als zulassungsfähige Straßenversion unter´s Volk zu bringen, um dem technischen Wettrüsten der Hersteller wenigstens ein Mindestmaß an Reglementierung entgegenzustellen. Sahen die Rallye-Monster mit Vollverspoilerung und Sponsorenwerbung gepflastert kompromisslos und sportlich aus, wirkten die aus dieser Regelung resultierenden Straßenversionen zum Teil “leicht” skurril. Wie z.B. der Lancia Delta S4:

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Ob der Sport Quattro von Audi ohne Röhrl und Rallyeeinsatz, aber dafür mit dem Flair von Standardmodell und Serienproduktion, bei dem Design jemals so viele Fans angesprochen hätte, ist auch fraglich. Mit dem kurzen Radstand wollte Audi gegenüber den Mittelmotor-Fahrzeugen in Sachen Fahrdynamik Boden gutmachen… die Zivilversion sieht aber eher danach aus, als hätte man in Ingolstadt mit Gewalt einen Produktionsüberschuss an Audi 50-Bodengruppen loswerden wollen…

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Und wenn man die eigentliche Bestimmung mal ausblendet, sieht der Ford RS 200 ohne Rallye-Trim auch nur wie eine sehr eigenartige Mischung aus Sportwagendesign und Bodenfreiheit aus. Irgendwie putzig, der Kleine…

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Nur wenige wissen, dass ganz am Rande u.a. auch Citroën in der Gruppe B mitmischte. Die hatten ihre Autos allerdings freiwillig und völlig ohne technische Not dermaßen skurril gestylt… wahrscheinlich wollten die den anderen einfach nur zeigen, dass die das auch können. Ulkig, diese Franzosen… *g*

Citroën Visa “Milles Pistes”:

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Wenn das Basismodell schon schräg genug aussieht, muss man beim “Homologationsmodell” eben nochmal einen draufsetzen. Citroën BX 4TC:

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Übrigens, welcher Co-Autor und Fan französischer Autos hat sich hier die Tage in einem Blog-Kommentar noch gleich über verschrobenes Design und unmaßstäbliche Proportionen bei deutschen Fabrikaten ausgelassen..? *hust* ;-)

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Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. *lach* erwischt, ich wars ;-)

    wobei die Gründe für den merkwürdigen BX 4TC ähnlich liegen wie beim Audi Quattro – der im Gegensatz zum Serien-BX längseingebaute Motor vor der Vorderachse fordert eben Tribut in Form eines elend langen Überhanges.

    Ob Design im Sinne formaler Fahrzeug-Gestaltung in der Gruppe B überhaupt eine Rolle gespielt hat, wage ich zu bezweifeln. Das Reglement war letztlich so frei, dass Ford eben jenen RS200 gebaut hat, zu dem es kein echtes Serienauto-Pendant gibt. Ein bisschen Sierra steckt da zwar drin – aber auch nicht wirklich.

    Dass die meisten Gruppe-B-Autos dennoch an Serienautos erinnerten, war eine reine Marketingstrategie. Und in fast allen Fällen – Audi Quattro, Lancia Delta, Peugeot 205 – ist sie ja auch aufgegangen.

    Aber die Autos hätten auch ganz anders aussehen können.

  2. beim RS200 passen auf jeden Fall die Sierra-Türen. Das ist doch schonmal was…

  3. @Tom: Hmm, stimmt.

    Aber das ist kein großes Problem für mich, da ich noch keinen RS200 gefunden habe, der zu meinem Budget passt ;-)

    Danke für den Hinweis.

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