Um 12.00 Uhr am Freitag, 29. Januar, senkt sich vor dem Kurhaus Bad Homburg die Flagge für ein Großereignis des internationalen historischen Automobilsports: der Rallye Monte Carlo Historique. 74 klassische Sportwagen werden im Minutenabstand über die Rampe auf die zwei Tage dauernde, über 1200 Kilometer lange Reise nach Monaco geschickt. Dort müssen auf weiteren ca. 3000 Kilometern in den französischen Seealpen, dutzende Wertungsprüfungen absolviert werden. Bad Homburg schätzt sich glücklich, nach langen Jahren wieder deutscher Startort der „Historique“ zu sein und an die Seite der europäischen Großstädte Oslo, Reims und Barcelona als weitere Startorte zu rücken. Viele Gespräche waren nötig, die Jörg Hölzer und Günter Krause, selbst erfahrene Rallye- und Historique-Fahrer, mit dem Automobilclub von Monaco als Veranstalter führten. Der zeigte sich überzeugt von dem Programmpaket, das der AvD (sportliche Organisation), die Stadt Bad Homburg, die Kur- und Kongreß-GmbH, die François-Blanc-Spielbank, das Maritim-Hotel, das Autohaus B & K und die Aktionsgemeinschaft Bad Homburg geschnürt hatten. Und um das herausragende Motorsport-Engagement in der Kurstadt wissen die Monegassen ohnehin. Schließlich hat Bad Homburg nicht nur oft genug Durchgangskontrollen für die „Historique“ organisiert, sondern war auch 20 Jahre lang – von 1977 bis 1997 – der deutsche Startort für die legendäre Rallye Monte Carlo gewesen.

Insgesamt 74 klassische Sportwagen lassen am Mittag des 29. Januar vor dem Kurhaus die großen Monte-Starts wieder lebendig werden – 62 Teams aus 16 europäischen Ländern, die Bad Homburg als Startort gewählt haben plus 12 Teams, die in Oslo starten und in Bad Homburg ihren Re-Start absolvieren Alle Fahrzeuge müssen einem Typ angehören, der bei den modernen Monte-Veranstaltungen zwischen 1955 und 1980 mitgefahren ist. Automobilexperte Johannes Hübner stellt alle Fahrzeuge auf gewohnt interessante und launige Weise vor.

Erster im Feld der Bad Homburg-Starter ist der dreimalige Gesamtsieger der „Historique“ 2010, 2012 und 2014, der Belgier Jose Lareppe mit einem Opel Kadett GT/E Baujahr 1978 und der Startnummer 3. Auch der mehrfache Deutsche Rallyemeister Peter Göbel macht der Kurstadt seine Aufwartung. Zuletzt gewann er 2010 als Beifahrer von Matthias Kahle die Deutsche Meisterschaft. An der RMCH nimmt er nun mit Michael Stoschek als Fahrer teil (Startnummer 252).

Mit dabei sind natürlich auch auf ihrem orangefarbenen BMW 2002 ti die „Botschafter Bad Homburgs“, Günter Krause und Jörg Hölzer – nun schon zum 5. Mal und zum 5. Mal mit der Startnummer 200. Sie fahren mit besonderer Unterstützung der Spielbank und da die „Mutter von Monte Carlo“ 2016 ihr 175-jähriges Bestehen begeht, haben sich die beiden Rallye-Fahrer etwas Besonderes einfallen lassen: Sie gründeten eine neue Mannschaft, das „Team Casino Bad Homburg“. Ihm gehören neben einem Servicefahrzeug sechs erfahrene, bereits erfolgreiche Rallye-Teams an. Darunter ist auch der Bruder von Jörg Hölzer, Haraldpeter Langlotz aus St. Ingbert. Die beiden Brüder hatten von 1999 bis 2003 ebenfalls als „Botschafter Bad Homburgs“ fünf Mal gemeinsam die „Histo-Monte“ in Angriff genommen. Mit einem Opel Kadett Rallye 1900 und der Startnummer 198 sowie Hartmut Schoeffler als Fahrer geht Haraldpeter Langlotz nun nach zwölf Jahren wieder in Bad Homburg an den Start. Die weiteren Mitglieder der neuen Casino-Mannschaft sind Thomas Plueschke/Herward Hill (BMW 2002), Norbert Drexel/Christian Roessler (Porsche 911), Andreas Vielgut/Alfred Tuchel (BMW 320), Sven-Otto Rumpfkeil/Winfried Hesse (Porsche 911 T) und Karlheinz Schott/Peter Riegel (Porsche 911 SC). Sie werden alle ebenfalls von der Spielbank unterstützt, die im Übrigen anlässlich ihres Jubiläums die 74 Teams am Vorabend des Starts zu einem festlichen Dinner einlädt. Auch die Starter aus Oslo kommen bereits am Donnerstag in Bad Homburg an.

Insgesamt ist das Feld international hervorragend besetzt: Neben dem „norwegischen Nationalteam“ beim Re-Start starten 23 deutsche Teams, das „polnische Nationalteam“ mit acht Fahrzeugen, fünf Franzosen, vier Österreicher, vier Schweizer, zwei Belgier, vier Dänen, drei Italiener, zwei Schweden, ein Grieche, ein Engländer, ein Rumäne, ein Russe, ein Finne und ein Tscheche. Außerdem gehen zwei reine (deutsche) Damen-Teams und zwei gemischte Teams auf die Strecke.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Automobilclubs von Monaco: http://acm.mc/en/rallye-monte-carlo-historique/. Hier kann auch der Verlauf der Rallye verfolgt werden.