Audi Sport ist ein Traumstart in das Motorsportjahr 2015 gelungen: Beim Saisonauftakt der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Silverstone siegte der Audi R18 e-tron quattro von Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer nach spannenden sechs Stunden, in denen die Führung immer wieder wechselte und hart umkämpft war.


Wenn das 6-Stunden-Rennen in Großbritannien ein Vorgeschmack auf die Saison war, dann dürfen sich die Motorsportfans auf ein aufregendes Jahr der WEC freuen: Fast über die gesamte Distanz lieferten sich Audi, Toyota und Porsche einen Dreikampf mit zahlreichen Überholmanövern und Tür-an-Tür-Positionskämpfen. Im Ziel hatte der Hybrid-Sportwagen Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer „7“ die Nase vorn und entschied das Rennen mit einem Vorsprung von 4,610 Sekunden für sich. Das Schwesterauto von Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis belegte nach zwei unplanmäßigen Boxenstopps den fünften Platz.

„Gratulation an Marcel, André und Ben, die heute sechs Stunden lang tollen Motorsport gezeigt haben“, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Dieser Sieg ist ein Traumstart in die Saison und für die ganze Mannschaft eine schöne Belohnung für die harte Arbeit im Winter. Gleichzeitig motiviert uns der Erfolg noch mehr für die großen Herausforderungen, die in den nächsten Wochen auf uns warten. Das Wochenende hier in Silverstone hat außerdem gezeigt, dass uns die vielleicht spannendste und am härtesten umkämpfte WEC-Saison bevorstehen könnte.“

Zu Beginn schien das Rennen für die Nummer „7“ nicht unter einem günstigen Stern zu stehen: Weil sich nicht sofort der richtige Gang einlegen ließ, fiel Benoît Tréluyer von Startplatz fünf weit zurück und musste sich in den ersten Runden durch das halbe Feld nach vorn kämpfen. Nach zweieinhalb Stunden übernahm André Lotterer das Auto von Marcel Fässler und 30 Minuten später die Führung im Rennen. „Ein perfekter Tag für Audi und unser Team“, sagte Lotterer. „Wir waren von der ersten bis zur letzten Runde unter Druck und durften uns keinen Ausrutscher erlauben. Das ist uns gelungen und auch das Team hat bei den Boxenstopps und mit der perfekten Strategie alles richtig gemacht. Diesen Schwung nehmen wir jetzt mit nach Spa und nach Le Mans.“ Besonders sehenswert war das packende Duell zwischen Marcel Fässler und Porsche-Pilot Neel Jani über viele Runden, bei dem sich die beiden Schweizer mehrmals pro Umlauf gegenseitig überholten.

Für das Schwesterauto mit der Startnummer „8“ schien ein Top-Ergebnis ebenfalls in Reichweite. Doch zwei Reparaturstopps, bei denen zuerst die Karosserie im Heckbereich nach einem Kontakt mit einem Konkurrenten gewechselt und dann die Befestigung der Fronthaube fixiert werden musste, kosteten Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis etwa sieben Minuten und damit alle Chancen auf einen Podiumsplatz. Aus der zweiten Reihe gestartet, blieb für das brasilianisch-französisch-deutsche Trio im Ziel der fünfte Platz. „Ein toller Tag für Audi, aber natürlich sind wir drei etwas enttäuscht“, sagte Oliver Jarvis. „Trotzdem überwiegen die positiven Eindrücke: ein spannendes Rennen und der erste Sieg für unseren neuen R18 e-tron quattro– das macht Lust auf die WEC-Saison.“

Lange müssen die Fans nicht auf den nächsten Auftritt des Audi R18 e-tron quattro warten: Schon in drei Wochen (2. Mai) wird in Spa-Francorchamps (B) der zweite Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Rennen auf dem berühmten Ardennen-Kurs ist für Audi gleichzeitig die Generalprobe für den Saisonhöhepunkt, die 24 Stunden von Le Mans. Zur Vorbereitung setzt das Audi Sport Team Joest den dritten Hybrid-Sportwagen mit der Startnummer „9“ ein, der von Filipe Albuquerque (P), Marco Bonanomi (I) und René Rast (D) pilotiert wird.


Ergebnis Rennen


1. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro) 201 Runden
2. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) +4,160 Sek.
3. Davidson/Buemi/Nakajima (Toyota) +14,816 Sek.
4. Conway/Sarrazin/Wurz (Toyota) –1 Rd.
5. di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18 e-tron quattro) –4 Rd.
6. Rusinov/Canal/Bird (Ligier-Nissan) –16 Rd.
7. Yacaman/Derani/Gonzalez (Ligier-Nissan) –17 Rd.
8. Dalziel/Sharp/Heinemeier Hansson (HPD-Honda) –18 Rd.
9. Leventis/Watts/Kane (Dome-Nissan) –23 Rd.
10. Bruni/Vilander (Ferrari) –29 Rd.