Bei nahezu tropischer Hitze erreichten wir am Samstagnachmittag das Gelände in Mühlheim am Main. Wie vom Veranstalter beworben, gelangten wir auf ein für eine solche Veranstaltung perfekt geeignetes Gelände am Rand des kleinen hessischen Städtchens: »Fantastischer Wiesenplatz, mindestens 15.000 qm, mitten im Grünen, Zelten direkt am Auto, Platz für Alle« – so, wie es der Veranstalter im Vorfeld konkretisiert hatte.

Auf dem Gelände hatten sich bereits eine Fülle von Käfern (Typ 1) samt Derivaten wie Kübelwagen und Bulli eingefunden, permanent strömten weitere Volkswagen auf die große Wiese. Doch auch Fremdfabrikate wie Goggomobil, Opel, Porsche und einige amerikanische »Straßenkreuzer« konnten bewundert werden. Selbstverständlich waren zahlreiche liebevoll restaurierte Käfer-Exemplare aller Baujahre zu betrachten, darüber hinaus relativ viele – zum Teil skurrile – Umbauten.

Hierbei sind zuvorderst die zahlreichen nebeneinander aufgereihten Dune-Buggys zu nennen, die mit ihren quietschbunt lackierten GfK-Karosserien um Aufmerksamkeit buhlten. Auf dem Gelände standen zum Teil kompromisslos aufgebaute Fahrzeuge, deren Besitzer sich nur wenig um eine originalgetreue Restauration geschert hatten – auch und gerade das hatte seinen Reiz: so ein bedrohlich wirkender »Devil Beetle« mit Sense und auflackierten Blutspuren auf der Motorhaube, ein wirklich liebenswerter »Pink Panther« in passendem Rosarot und Paulchen-Panther-Applikationen sowie ein »Herbie-Käfer« – natürlich mit Startnummer 53.

Gut gefiel uns auch der militärisch in Tarnfarbe lackierte Typ 1 mit seinen groben Stollenreifen. Um die martialische Optik ein wenig zu dämpfen, hat ihm seine Besitzer vorne auf die Haube ein hübsches Logo verpasst: Schraubenschlüssel und Bembel. (Anmerkung für »Ausländer«: Der Bembel ist der klassische Krug für den hessischen Apfelwein).

Besonders ins Auge fiel ein roter Käfer mit Sonnenschute, Dachgepäckträger und Porsche Fuchs-Felgen, der so tief auf dem Boden lag, dass er mit seinen Trittbrettern nahezu auf dem Asphalt scheuerte. Wie der Wagen in dieser Form auf der Straße fährt und welche dezidierte Meinung der TÜV-Prüfer dazu hat – diese Frage konnten wir vor Ort leider nicht klären.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Möglichkeit, am Samstag seinem Liebling auf dem angrenzenden Straßenabschnitt ganz offiziell und legal bei einem 1/8-Meilen-Beschleunigungsrennen die Sporen zu geben. Diese Duelle erwiesen sich schnell als Publikumsmagnet. Selbst für die Kinder wurde gesorgt, denn die durften unter Anleitung malen und basteln. Langweilig wurde es hier in Mühlheim somit wirklich niemandem.

An dieser Stelle möchten wir von Motor-Mania einen Buchtipp loswerden, und zwar zu dem Buch »Volkswagen – Auf dem Weg zur Weltspitze«, für das auf dem Mühlheimer Treffen Flyer verteilt wurden. Jenseits von jeglicher Hofberichterstattung wird hier die Geschichte der Marke Volkswagen sowie des Wolfsburger Konzerns seit 1970 mit unglaublich vielen Fakten neutral und kenntnisreich nachgezeichnet. Wer also etwas mehr über die Hintergründe seiner Marke wissen will, dem sei das Buch warm ans Herz gelegt.

Motor-Mania-Fazit: Wir konnten ein sehr gelungenes, professionell organisiertes Treffen besuchen, auf dem wir uns wohl gefühlt haben. Sehr gute Platzverhältnisse, viele zusätzliche angrenzende Parkplätze, ausreichend Duschen und WCs, dazu eine gute Verkehrsanbindung lassen sich hierbei herausheben. Die Stimmung auf dem Gelände war locker freundschaftlich, auch das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit auf Markentreffen. Kurzum: ein sehr schönes Treffen. Wir jedenfalls freuen uns schon auf 2016 in Mühlheim.